Rückenwind und Thermikstraßen ermöglichten schnelle ACN-Flüge

Segelfliegen  

In der 14. Bundesligarunde konnte der Aero Club Nastätten wertvolle acht Punkte erfliegen und so seinen Rang in der Tabellenmitte bekräftigen. Es ging nur einen Rang bergab auf den 14. Tabellenplatz. Mit zehn Bundesligapiloten war die Beteiligung an diesem Wochenende überdurchschnittlich hoch. Dabei erzielten die schnellsten drei Piloten Rundengeschwindigkeiten klar über der 100 km/h-Marke.

Jochen Back sprintete in der einsitzigen LS4 des Vereins 123 km/h schnell im 2,5-stündigen Bundesligazeitfenster. Starke, wie an einer Perlenschnur aufgereihte Aufwinde drückten seinen Kurbelanteil auf unter 17% und machten diese sehr hohe Geschwindigkeit möglich. Das bedeutet, dass Back 83% der Zeit mit kleinen Kursabweichungen wie ein Motorflugzeug geradeaus flog. Die ersten drei der vier Schenkel flog er zwischen dem Südende des Hunsrücks und einer Wende nördlich des Donnersbergs. Sein vierter Bundesligaschenkel endete nordöstlich von Nastätten.

Moritz Althaus war mit einer Reisegeschwindigkeit von 135 km/h und einem Kurbelanteil von unter 11% noch schneller unterwegs. Er erhielt Freigaben für den kompletten Durchflug von Luxemburg bis weit nach Belgien hinein. Er wendete nordwestlich der Stadt Chiny in den Rückenwind. Von dort ging es mit einer ungewöhnlich hohen Reisegeschwindigkeit von 153 km/h ganze 220 km weit bis kurz hinter die A3 nördlich des Taunuskamms. Nach Anwendung des Handicap-Faktors für den einsitzigen Ventus 3M lag seine Rundengeschwindigkeit etwas niedriger als die von Back.

Das Bundesliga-Team wurde komplettiert von Peter Fabian mit Co-Pilot Martin Fuhr auf ihrer ASH25Mi. Im Bundesligazeitfenster nutzen sie ebenfalls den Rückenwind als Flugbeschleuniger vom südwestlichen Ende des Hunsrücks bis fast zum Thüringer Wald. Ihre Reisegeschwindigkeit betrug 123 km/h bei einem Kurbelanteil von 19%.

Wenn die Prognosen stimmen, dann könnten sich die Segelfliegerinnen und Segelflieger des Blauen Ländchens in der 15. Bundesligarunde in der Luft erfrischen. Die Wolkenbasis der Cumuluswolken soll nämlich am Samstag bei 3.000 m über dem Meeresspiegel liegen. Da die Lufttemperatur alle 100 m mit ca. 1°C abnimmt, wären Außentemperaturen auf Kühlschrank-Niveau möglich. 3.000 m ist übrigens die maximale Flughöhe für alle Piloten, die nach Sichtflugregeln über Deutschland fliegen.
 

Unter der Kontrolle eines Radarlotsen durfte Jens-Christian Henke vor der Landung einer Ryanair Boeing durch den Anflugsektor des Flughafens Frankfurt-Hahn fliegen. Abschirmende Cirrusbewölkung am Nachmittag bremste die ganz großen Streckenflüge aus. Bundesliga-Pilotin Jasmin Thomas Bundesliga-Pilot Michael Schmitt

Text: Jens-Christian Henke
Foto's: 1) Jens-Christian Henke 2) Moritz Althaus 3) und 4) Carolin Fuhr