Runde 6

Trotz hohem Einsatz der Nastätter Leistungspiloten nur 1 Rundenpunkt!

Roland und Jochen vor dem Start. Foto: Claudia Gallikowski

Leider hat es das Wetter mit den Nastättern Segelfliegern in der 6. Runde nicht gut gemeint –ausgerechnet im Südwesten Deutschlands zog am Samstagnachmittag eine Kaltfront von Frankreich herein. Die aufziehenden Wolken behinderten die Sonneneinstrahlung und beendeten die Thermik sehr früh. Und am Sonntag waren aufgrund fehlender Sonneneinstrahlung und starkem Wind keine Streckenflüge vom Blauen Ländchen aus möglich.

Bei hohen Windgeschwindigkeiten lassen sich hohe Wertungsgeschwindigkeiten nur erzielen, wenn man in den 2,5 Stunden Wertungszeit den Großteil der Strecke mit Rückenwind fliegen kann. Dies gestaltete sich für die Nastätter ausgesprochen schwierig, da für einen Wertungsflug auch die Rückkehr zum Zielflugplatz notwendig ist und das ist bei knapp 40 km/h Gegenwind in die aufziehende Bewölkung hinein ausgesprochen herausfordernd.

Doch zwei sehr erfahrene Streckenflieger, der Kiedricher Roland Steinberg und der Taunussteiner Jochen Back, starteten trotzdem mit dem Vereins-Leistungsdoppelsitzer „Yankee Hotel“ zu einem Bundesligaflug von Nastätten aus (s. Photo). Sie mussten aber bereits über der Hunsrückautobahn wenden, da die früh hereinziehende Front den Weiterflug gegen den Wind unmöglich machte. Also blieb den beiden nur, mit Rückenwind den Taunus entlang zu fliegen. Sie wendeten dann bei Riedelbach/Taunus, um die Rückkehr nach Nastätten trotz der aufziehenden Frontbewölkung zu schaffen. Leider war der Flug dadurch insgesamt zu kurz und hat die 2,5 Stunden Wertungszeit nicht ausgeschöpft, so dass es nur zu einer mageren Wertungsgeschwindigkeit von 48 km/h reichte.

Wie gut, dass Holger Back von Bruchsal aus ein wenig bessere Bedingungen hatte. Er konnte zunächst über Sinsheim mit Rückenwind in den Kraichgau fliegen, wurde aber ebenfalls von der Frontbewölkung eingeholt. Die restliche Strecke flog er dann im Hangaufwand entlang der Bergstraße und erzielte so eine Wertungsgeschwindigkeit von 71 km/h. 

Klarer Überflieger war in der 6. Runde ein Youngster unter den Nastätter Leistungspiloten, der Miehlener Sascha Stüber (31). Taktisch sehr geschickt, fuhr er Freitagabend mit seinem Segelflug-Anhänger auf der Autobahn bis hinter Nürnberg zum idealen Startplatz Altdorf-Hagnhausen. Am Samstagmorgen baute er seinen Einsitzer, eine DG 300, auf und startete zu seinem Bundesligaflug mit Rückenwind, Richtung Ost. Er flog weit nach Tschechien ein und wendete erst kurz vor Prag. Die Rückkehr zum Startflugplatz bei kräftigem Gegenwind gelang ihm problemlos und er wurde mit einer Wertungsgeschwindigkeit von 89 km/h für seinen hohen Einsatz belohnt.

Insgesamt reichte es für den Verein aber nur zu einem mageren Rundenpunkt. Der ACN rutscht somit auf Platz 24 (von 30) ab und wird in den verbleibenden 7 Runden alles dran setzen erstklassig zu bleiben. Da wird sicher bei schwierigem Wetter über dem Blauen Ländchen der eine oder andere Bundesliga-Pilot des ACN sich einen besseren Startplatz irgendwo in Deutschland suchen müssen…

Claudia Gallikowski