Runde 14 - Nur ein Trostpunkt

Blick auf Trier. Quelle: Martin FuhrLeider endete für den Aero Club Nastätten mit der 14. Runde eine kleine Serie mit zweistelligen Rundenpunkten. Auf dem 21. Tabellenplatz gab es dieses Mal nur einen Trostpunkt. In der Tabelle war die Bewegung mit einem Zähler hingegen minimal: Der Verein des Blauen Ländchens liegt auf Platz 7 immer noch hoch erfreulich im ersten Tabellenviertel.

 

Wieder konnte nicht an beiden Tagen des Wochenendes geflogen werden. Ligaflugwetter gab es ausschließlich am Samstag. Eine aufziehende Abschirmung im oberen Wolkenstockwerk bremste jedoch schon am frühen Nachmittag die vier Piloten aus, die gegen Mittag gestartet waren. Am Sonntag konnte sich unter der dichten Wolkendecke keine nutzbare Thermik entwickeln. Dieser Tag wurde ausschließlich für die Ausbildung der Schülerinnen und Schüler genutzt.

 

Jochen Back und Jasmin Thomas in der Yankee Hotel vor dem Start. Quelle: ACNJochen Back startete mit der frisch lizensierten Co-Pilotin Jasmin Thomas auf der "Yankee Hotel", der DG-1001T des Vereins mit 20 m Spannweite. Wegen guten Wettervorhersagen für den Süden wollte das Team eigentlich den ersten Schenkel über den Hunsrück legen. Dort liefen jedoch die Wolken schnell in die Breite. Mangels Sonneneinstrahlung gab es keine Aufwindschläuche mehr. Daher wurde der Entschluss gefasst, in die wolkenärmere Eifel zu fliegen. Leider stieg die Wolkenbasis nicht so hoch wie prognostiziert an, so dass Back das höhere Gelände mied. Er flog mit einer zufriedenstellenden Reisegeschwindigkeit von 86 km/h am Segelfluggelände Daun vorbei bis nach Arzfeld, das 26 Kilometer nordwestlich des Flugplatzes Bitburg liegt. An der ersten Wende wurde Back von der Zuggeschwindigkeit der hohen Bewölkung aus dem Nordwesten überrascht. Auf dem Rückenwindschenkel in Richtung Saarlouis ließ die Stärke der Aufwinde ganz erheblich nach, da der Cirrusschirm die Sonneneinstrahlung dämpfte. Bei Trier hätte das Team um ein Haar den Hilfsmotor zünden müssen. Nur noch 340 m über Grund spendete ein Industriegebiet den rettenden Aufwind. Mit zunehmender Einstrahlung wurden die Steigwerte wieder besser. Nördlich von Saarlouis Düren erspähten Back und Thomas eine Wolkenstraße in Richtung Donnersberg. Sie bogen nach Osten ab, doch leider löste sich die Wolkenstraße unter der wieder dichter werdenden Abschirmung auf. Am Schaumberg, der höchsten Erhebung im Saarland, trat das Team die Heimreise an. Kurz zuvor endete das optimale 2,5-stündige Wertungsfenster für ihren Bundesligaflug. Für Jasmin Thomas war es der erste Überlandflug nach ihrer Ausbildung. Mit 72,81 km/h gelang Back erneut der schnellste Bundesligaflug für den ACN.

 

In der Eifel mit der Yankee Hotel. Quelle: Martin FuhrMit 72,07 km/h fast genauso schnell war Uli Leukel mit Co-Pilot Martin Fuhr auf der "Delta" unterwegs. Sie flogen im losen Team mit Back und Thomas, so dass sich der Flugweg der ASH25Mi mit 26,5 m Spannweite nur wenig von der "Yankee Hotel" unterschied. Auf dem ersten Schenkel in Richtung Westsüdwest lag die Flughöhe fast immer unter 1.500 m über dem Meeresspiegel. Gebiete mit verminderter Sonneneinstrahlung zwangen zu größeren Umwegen. Die "Delta" wendete erst kurz vor der Grenze zu Luxemburg. Danach flog das Team über Utscheid in Richtung Trier. Die Arbeitshöhe sank wegen der Abschirmung, aber kurz vor Trier fand Leukel einen guten Aufwind. Die letzte Wende wurde bei Saarlouis unter relativ schwachen Bedingungen genommen. Erst ab Baumholder verbesserten sich die Aufwinde unter den Wolken, so dass Leukel ohne Motorhilfe nach Nastätten zurückfliegen konnte.

 

Teamflug mit der Delta. Quelle: Jasmin ThomasMit einer Rundengeschwindigkeit von 65,24 km/h komplettierte Thomas Paulsen, der 2. Vorsitzende des ACN, das Bundesligateam der 14. Runde. Er zeigte, dass man sich nicht immer weit vom Flugplatz entfernen muss, um gut zu punkten. Auf seiner "Hotel Papa", einer LS4 mit 15 m Spannweite, flog er vier Bundesligaschenkel zwischen Nastätten und einem Punkt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Koblenz. Dabei konnte er sich im Vergleich zur "Yankee Hotel" und "Delta" insgesamt in einer deutlich komfortableren Flughöhe um 1.500 m über dem Meeresspiegel halten.

 

Der Aero Club Nastätten muss sich in dieser Saison ganz fraglos keine Abstiegssorgen mehr machen. Ein 7. Tabellenplatz mit nur noch fünf ausstehenden Runden ist ein ganz starkes Ergebnis für die Pilotinnen und Piloten des Blauen Ländchens. Nach einer sehr heißen Wochenmitte könnte am kommenden Wochenende endlich mal wieder an beiden Tagen des Wochenendes gepunktet werden.

 

Text: Jens-Christian Henke