Zum Osterwochenende hat die diesjährige Saison der Segelflug-Bundesliga begonnen. Die Spannung im Verein war groß. Wird der ACN gleich zu Beginn die Erfolge der Vorjahre bestätigen können und sich als einer von nur zwei Vereinen aus Rheinland-Pfalz gegen die starke Konkurenz in der höchsten Liga des Segelflug-Sports behaupten können?

Konzentration vor dem Start: Fluglehrer Felix Rahn in der LS4, Foto Carolin FuhrDie Regeln zum Vorjahr haben sich dabei nicht verändert. Innerhalb von zweieinhalb Stunden, mit maximal drei Wendepunkten möglichst viele Kilometer zu fliegen. Abhängig vom Flugzeugtyp wird daraus dann eine Punktzahl errechnet. Weiterhin muss der Flug in Deutschland beginnen und am Ende muss man es bis auf 15 Kilometer an den Ausgangspunkt zurückschaffen. 

Statt Ostereiern suchten die Piloten des Aero-Club Nastätten also am vergangen Wochenende Aufwinde in der Luft. Das sehr trockenen Wetter sorgte dafür, dass die warme, aufsteigende Luft nicht wie sonst üblich von Cumulus-Wolken gekennzeichnet war.

Dies ist unter Segelfliegern als ‘Blauthermik’ bekannt und führt dazu, dass es wesentlich schwieriger ist, die Aufwinde zu finden. Es galt also, sich am Boden zu orientieren und zu überlegen, aus welchen Wäldern oder Steinbrüchen sich Aufwinde lösen würden.

Am Besten gelang dies den Taunussteinern Martin Fuhr und Peter Fabian. Gegen Mittag starteten sie im Doppelsitzer an der Winde. Allerdings hatte die Thermik zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingesetzt, sodass die Beiden nochmal kurz den Motor, der hinter den Piloten im Rumpf gelagert ist, benutzen mussten.

Zusammen mit Jens-Christian Henke in seiner ‘DG800’ mit 18 Metern Spannweite und Michael Schmitt im Doppelsitzer des Vereins ging es dann an den Kämmen von Westerwald und Sauerland entlang. Dort waren die Aufwinde stärker als im flacheren Gelände und reichten über 2300 Meter hoch, wo die kältere Luft für eine willkommene Abkühlung sorgte. Im nördlichen Sauerland wurde gewendet und Kurs Richtung Eifel genommen.

Wende am Bodensee, Foto Marcel KaspariAuch dort war gute Thermik vorzufinden, sodass es gelang, bis in die Ardennen zu fliegen. Um 17 Uhr nahmen dann alle Piloten wieder Kurs Nastätten auf, um vor Ende der Thermik nach Hause zu kommen.

Spannend wurde es bei Michael Schmitt. In nur 400 Metern fand er am Koblenzer Hafen den rettenden Aufwind, der den Heimflug ermöglichte. Alle Piloten erreichten dabei Schnittgeschwindigkeiten zwischen 90 und 100 Stundenkilometern.

Ein Wertungsflug gelang auch Junior Marcel Kaspari, der im Allgäu startete, und sich von dort bis in die Alpen vorarbeitete.

Über den Skigebieten des Vorarlberg stieg er bis auf 3000 Meter. Diese Höhe konnte er nutzen, um einen Abstecher an den Bodensee zu machen, bevor er an seinen Startplatz zurückkehrte.

Kaspari ist diese Saison auf dem Förderflugzeug ‘Oskar Lima Charlie’ unterwegs, das bereits das zweite Jahr an einen Piloten aus Nastätten vergeben wurde. Der Aero-Club freut sich, dass es zunehmend Junioren sind, die mit schnellen Flügen durch ganz Deutschland zum sportlichen Erfolg beitragen und als aktive Jugendgruppe das Vereinsleben prägen.

Insgesamt konnten der ACN so den 9. von 30 Plätzen erreichen, und somit 12 Punkte für die Tabelle sammeln – ein hervorragendes Ergebnis gleich zu Beginn. Hier geht es zum Wertungsergebnis. 

Ausbildung im Doppelsitzer, Flugschülerin Catharina Fuhr mit Fluglehrer Sascha Stüber, Foto Carolin FuhrWer nun Lust bekommen hat, dieses besondere Hobby einmal näher kennenzulernen und mindestens 14 Jahre alt ist, hat bereits am 04. Mai die Chance dazu.

Beim Schnuppertag am Segelflugplatz in Nastätten kann man für einen Tag selbst zum Piloten werden. Für 30€ gibt es zwei Starts mit Fluglehrer, eine Einweisung in den Flugbetrieb und abends wird der Tag mit gemeinsamen Grillen und einem großen Lagerfeuer abgerundet. 

Die Anmeldung erfolgt ganz unkompliziert über eine Mail an schnuppertag@aero-club-nastaetten.de 

Moritz Althaus

Erfolgreicher Saisonstart am Osterwochenende