Diese Runde taten sich die Piloten und Pilotinnen des Aero-Club Nastätten besonders schwer. Zum ersten Mal diese Saison konnten nur zwei von drei Wertungsflügen eingereicht werden. Die Platzierung auf dem 27. von 30 Runden-Rängen fällt somit ernüchternd aus.

Jens-Christian Henke vor dem Start, Foto: Carolin FuhrIn der Gesamttabelle rutscht der ‘ACN’ auf den 13. Platz. Dicht dahinter lauern mehrere Verfolger aus Brandenburg und von der schwäbischen Alb. 

Auch am Wochenende war das Wetter von sehr warmer Luft gekennzeichnet.  Die Gewitter-Gefahr musste jederzeit im Auge behalten werden. Solche Bedingungen bieten meist nur ein kurzes Wetterfenster, um einen Flug für die Segelflug-Bundesliga zu machen. Zu den Anfängen des Segelfluges in den 30er Jahren wurden sogar gezielt Gewitter angeflogen, da dort sehr viel nutzbare Energie in der Luft vorhanden ist. Tollkühne Piloten erreichten innerhalb der Gewitterzellen schwindelerregende Höhen. Nicht selten vereisten die Holzflugzeuge dann und waren nicht mehr zu kontrollieren. Heutzutage gilt es, solch ein tragisches Flugende zu vermeiden und so werden Gewitter meist umflogen. Oft finden sich aber neben den Gewittern gute Aufwinde. 

Eine solche Linie erwischte Jens-Christian Henke. Mehrmals musste der Wiesbadener Regenschauer queren, trotzdem konnte er im Geradeausflug bis an die Wolken steigen. Leider zogen die Gewitter und das schlechtere Wetter aber immer näher an ihn heran, so dass er sich frühzeitig zu einer Landung in Nastätten entschloss. Henke erreichte zwar zwischenzeitlich Geschwindigkeiten über 130 Kilometer pro Stunde, hochgerechnet auf die Wertungsdauer von zweieinhalb Stunden kamen jedoch 60 Stundenkilometer dabei heraus.

Eine ‘ASK 13’ hinter dem Schleppflugzeug, Foto: Michael SchmittAuch Sabine Theis, passionierte Segelfliegerin und Schulleiterin in Wallrabenstein konnte am Sonntag im Doppelsitzer ‘Yankee Delta’ einen Wertungsflug zu Stande bringen. Zusammen mit Co-Pilot Philipp Rück sollte gegen 13 Uhr der Rhein überquert werden. Der erste Versuch scheiterte und Theis musste tief an der Loreley einen Aufwind finden. Nachdem ihr dies gelungen war, ging es an Rheinböllen vorbei bis kurz vor Kirn. Es ergab sich ein Schnitt von 47 Kilometern pro Stunde.

Hoffnung gibt die Prognose für das kommende Wochenende. Die warme Luftmasse wird durch eine frische, kältere Luft verdrängt. Bei ähnlichem Wetter konnten die Piloten aus dem ‘Blauen Ländchen’ schon oft ihre Stärken ausspielen.

Moritz Althaus

Ernüchterne 8. Runde