Nur der 18. Rundenplatz in der Segelflug-Bundesliga für den Aero-Club Nastätten. Lediglich drei Rundenpunkte führen dazu, dass der ACN in der Gesamt-Tabelle auf den 12. Rang abrutscht, da die direkte Konkurrenz punkten kann.

Doppelsitzer ‘Yankee Delta’ vor dem Windenstart, Foto: Carolin FuhrAm schnellsten unterwegs war Streckenflieger und Fluglehrer Holger Back. Nach Start in Nastätten ging es zuerst nach Süd-Westen an die deutsch-französische Grenze. Etwa drei Stunden später war Back wieder in der Nähe des Flugplatzes. In dieser Zeit hatte sich das Wetter gut entwickelt, die Aufwinde waren nun nahe beieinander. So gelang eine Sprintgeschwindigkeit von 112 Stundenkilometern zwischen Koblenz und Gießen. 

Einen anderen Plan verfolgten Marcel Kaspari, Max Karl und Robert Göbel. Sie starteten gegen elf Uhr hinter dem Schleppflugzeug des Vereins, um den Frankfurter Luftraum zu umrunden. Dieser erstreckt sich über das gesamte Rhein-Main Gebiet, so dass ihre Flüge ingesamt eine Länge von 500 Kilometern hatten. Über Odenwald und Spessart flog Göbel eine Schnittgeschwindigkeit von 96 Kilometern pro Stunde. In diesen stark bewaldeten Mittelgebirgen gibt es oft nur wenig Landemöglichkeiten, sodass man sich möglichst hoch hält, um immer eine Landeoption zu haben. 

Dritter Pilot des Bundesliga-Teams war der Wiesbadener Jens-Christian Henke. Auf der ‘Standardroute’ über Taunus und Hunsrück-Kamm war er 94 Stundenkilometer schnell. Interessant an seinem Flug war jedoch der Flugweg, den Henke am Taunus wählte. Er war über den Ortschaften Taunusstein und Schlangenbad unterwegs, dort erlaubt der Luftraum des Frankfurter Flughafens lediglich eine Höhe von etwas über 1000 Metern. Dies macht zusammen mit dem hohen Gelände das Segelfliegen in diesen Bereichen sehr schwierig. Henke blieben so zwischen den Wäldern des Taunus und dem Luftraum nur wenige hundert Meter Höhe, die ihm aber zum Weiterflug ausreichten.

Piloten des Oldtimer-Treffens, Foto: Carolin FuhrIn der Bundesliga der Junioren konnte das Team aus Marcel Kaspari und Max Karl eine Geschwindigkeit von 82 Stundenkilometern erfliegen. Sie waren über insgesamt fast 7 Stunden im engen Teamflug mit zwei Vereins-Einsitzern unterwegs. Komplettiert wurde die Wertung von Clara Theis, die ihren ’50-Kilometer Flug’ souverän meisterte. Auf dem Weg zur Pilotenlizenz ist dies die letze große Hürde, die beweisen soll, dass ein Pilot nicht nur Start und Landung, sondern auch das Suchen und Finden von Aufwinden beherrscht. 

Viele Mitglieder des Aero-Clubs nahmen auch die Gelegenheit wahr, im Zuge eines Segelflug-Oldtimer Treffens auf historischen Flugzeugen eine kleine Runde über dem blauen Ländchen zu drehen. Dabei waren Piloten aus ganz Deutschland angereist, um am Fronleichnams-Wochenende mit ihren Segelflugzeugen in Nastätten zu fliegen. 

Moritz Althaus

Oldtimerbesuch in Runde 7