AC Nastätten bleibt in der 1. Liga
Bereits eine Runde vor dem Ende der Segelflugbundesliga steht fest, dass der Aero Club Nastätten auch im Jahr 2017 in der 1. Segelflugbundesliga starten wird. In der 18. Runde musste sich der Verein mit drei Rundenpunkten zufriedengeben und rutschte deshalb in der Tabelle von Rang 16 auf Rang 19 ab. Die drei schnellsten Bundesligaflüge starteten alle auf dem Heimatflugplatz Nastätten.

Cumuluswolken vor strahlend blauem HimmelEndlich konnten sich die Segelfliegerinnen und Segelflieger des Blauen Ländchens über eine Bundesligarunde mit stabilem Thermikwetter freuen. Das schlug sich auch in der Anzahl der eingereichten Bundesligaflüge nieder. Am Sonnabend überwanden acht Piloten die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h und am Sonntag waren es vier Piloten. Gestartet wurde nicht nur in Nastätten, sondern auch in Laachen-Speyerdorf und Eichstätt. Dass am Sonntag die beiden schnellsten Flüge absolviert werden konnten, hatte der Segelflugwetterbericht am Sonnabend nicht vorhergesagt. Gutes Flugwetter war jedoch nicht über der ganzen Republik zu finden. Zwei Vereine der ersten Liga reichten gar keine Flüge ein.

Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel gelang mit einer Rundengeschwindigkeit von 94,5 km/h auf ihrer „Delta“, eine ASH25Mi mit 26,5 m Spannweite, der mit Abstand schnellste Bundesligaflug für den ACN. Wie schon am Vortag lockten wohlgeformte Cumuluswolken über dem Hunsrück in das Saarland. Kurz vor 13:30 Uhr überflogen sie den Rhein bei Kaub. Über den Wolken...Das Sperrgebiet über dem Truppenübungsplatz Baumholder ist am Wochenende fast immer für Privatpiloten nutzbar. Die Luftaufsicht von Idar-Oberstein kann per Funk nach Freigaben gefragt werden. Auch in der 18. Runde gab es grünes Licht für den Einflug in das Sperrgebiet, das für Segelflieger besonders attraktiv ist, weil über dem kargen, sehr hügeligen Gelände meistens die besten Aufwinde der Region stehen. Das Doppelsitzer-Team freute sich über kräftige Thermik mit mehr als 2 m/s Steigen. Etwa 10 km südwestlich des Bostalsees lagen die erste Wende und auch die dritte Wende auf diesem Bundesligaflug. Die zweite Wende lag bei Sitters und das Ende des 2,5-stündigen Zeitfensters unweit davon bei Unkenbach, so dass die drei letzten Schenkel des Fluges fast übereinanderlagen. Die Flughöhe des großen Doppelsitzers lag um 1.500 m über dem Meeresspiegel.

Mit einer Rundengeschwindigkeit von 85,8 km/h lieferte der Wiesbadener Jens-Christian Henke auf seiner „Tango Mike“, eine DG-808C mit 18 m Spannweite, den zweitschnellsten Bundesligaflug ab. Seine Routenwahl erinnerte stark an den Flug der „Delta“. Allerdings überflog er den Rhein bei Kaub erst um 14:45 Uhr. Die erste und dritte Wende lagen rund 10 km westlich des Bostalsees und die zweite Wende über Morschheim im Donnersbergkreis. Kreisend im Aufwindschlauch mit Blick auf die Burg Pfalzgrafenstein – die alte Zollburg bei KaubHenke freute sich ebenfalls über die hellweißen Blumenkohlwolken und den tiefblauen Himmel. Ein Anblick, der für alle Segelfliegerinnen und Segelflieger in dieser Saison bisher Mangelware war. Seine Flughöhe pendelte recht komfortabel zwischen 1.000 m und 2.000 m.

Das Bundesliga-Team der 18. Runde wurde durch Jochen Back mit Co-Pilot Marius Bräunlich vervollständigt. Er startete bereits am Sonnabend auf dem Vereinsdoppelsitzer „Yankee Delta“, eine DG-1000 mit 20 m Spannweite. Seine Flugtaktik wurde im Prinzip von Fuhr und Henke am Folgetag übernommen. Allerdings lagen seine erste und dritte Wende viel weiter südwestlich direkt an der französischen Grenze bei Guerstling. St. Wendel war seine zweite Wende und das Zeitfenster endete erst auf dem Rückflug ungefähr 10 km vor Nastätten. Back erzielte eine Rundengeschwindigkeit von 85,0 km/h. Im Bundesligazeitfenster von 2,5 Stunden lag die Flughöhe der „Yankee Delta“ zwischen 1.000 m und 1.700 m.

Vorbeiflug der DG-808CDer Aero Club Nastätten hat sein ehrgeiziges Ziel, in der 1. Segelflugbundesliga zu verbleiben, klar erreicht. Der Abstand zur Abstiegszone beträgt eine Runde vor dem Ende der Saison 29 Punkte. Da der schnellste der 30 Bundesligavereine in jeder Runde 20 Punkte erhält, ist ein Abstieg in die 2. Segelflugbundesliga auch rechnerisch nicht mehr möglich. In der vorletzten Runde hat der Flugverein des Blauen Ländchens auf Platz 18 drei Punkte erflogen, die ihn in der Tabelle drei Zähler nach unten absacken lassen. Das hielt den Verein aber nicht vom Feiern ab, weil er auch im Jahr 2017 wieder in der Erstliga mitfliegen darf. Die letzte Runde am kommenden Wochenende könnte wieder aufgrund der Wetterlage komplizierter werden. Da der Klassenerhalt aber geschafft ist, sehen die Pilotinnen und Piloten sehr entspannt der 19. Runde entgegen.

Runde 18 – Klassenerhalt gesichert

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