ACN fliegt zwischen Gewittern
Schwere Gewitter machen es dem ACN erneut schwer, Punkte zu sammeln. Es gelingt nur ein Wertungsflug.

Starkregen in der UmgebungDoppel-Tornados über Schleswig-Holstein zeigen deutlich, dass die aktuelle Wetterlage weit von der Norm entfernt ist. Schwere Gewitter überwiegend über der Mitte und dem Süden Deutschlands machten Segelflüge in der 8. Runde schwierig bis unmöglich. Überdies war das Zeitfenster oft zu klein für einen Wertungsflug bis die zum Teil sehr kräftige Thermik in flüssiger und manchmal auch fester Form wieder aus dem Himmel fiel. Der Norden war an beiden Wertungstagen erneut klar im Vorteil, da die trockenere Luftmasse weniger gewitterfreudig war. Der Doppel-Tornado bei Schleswig wurde durch eine seltene Konvergenz ausgelöst, bei der Luftmassen aus unterschiedlichen Richtungen zusammenprallen. Nur 22 der 30 Erstliga-Vereine flogen überhaupt für die Bundesliga. Der ACN zählte zu dieser Gruppe, erntete jedoch nur einen Trostpunkt. Es war sehr beeindruckend, sich die Gewitter mit Starkregen und zahlreichen Blitzen aus 1.500 m Höhe über dem Meeresspiegel anzusehen. Sobald aber ein immer größer werdender Kumulonimbus den Rückweg versperrt, wird das Naturschauspiel gefährlich. Wilhelm Westerburg brach daher seinen Bundesligaflug nach anderthalb Stunden aus Sicherheitsgründen ab. Da die zurückgelegte Strecke trotzdem durch 2,5 Stunden geteilt wird, ergab sich eine Rundengeschwindigkeit von nur 29 km/h. Zu wenig, um die 40 km/h-Hürde zu überwinden.

Martin und Wolfgang vor dem StartAuf dem großen Doppelsitzer „Delta“ startete Martin Fuhr mit Co-Pilot Wolfgang Strehler erst gegen 13:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt zeigten sich bereits erste Gewitter über Rüdesheim und in Richtung Koblenz. Das versprach einen herausfordernden Flug. Sie steuerten die ASH25Mi (26,5 m Spannweite) zunächst in nordöstliche Richtung, um Abstand zu den Gewittern herzustellen. Bis Weilburg lag ihre Arbeitshöhe nur zwischen 1.000 m und 1.400 m über dem Meeresspiegel. Danach wurden die Aufwinde immer besser. Kurz hinter Gießen musste die „Delta“ den Kurs ändern, weil aus nordöstlicher Richtung eine riesige Gewitterfront mit Starkregen heranzog. Vor dieser Gewitterfront stieg die Basis auf über 2000 m an. Auf Höhe von Allendorf (Eder) wurde in Richtung Heimat gewendet, da das tiefgraue Gewitter immer näher kam. Kurz vor dem Lahntal nahm das Team noch einmal Kurs auf Gießen. Doch nach nur 28 km mussten sie endgültig den Heimflug antreten, weil das Gewitter zu weit herangerückt war. Am Platz war mittlerweile ein großer Schauer durchgezogen. Die Flughöhe reichte bequem aus, um Nastätten im Gleitflug zu erreichen, das während der Landung unter einer dichten Wolkendecke lag. Martin Fuhr war auf diesem spannenden Flug 74,5 km/h schnell.

Delta im Start an der WindeIn der 8. Runde erflog der Erstligist des Blauen Ländchens auf Platz 22 einen Trostpunkt. In der Tabelle gibt es keine Veränderung. Der Aero Club Nastätten verharrt auf dem 23. Tabellenplatz und auch der Abstand zur Abstiegszone bleibt mit acht Zählern unverändert. Eine Platzierung im Mittelfeld ist nicht weit entfernt und könnte schon in den kommenden Runden erzielt werden.

 

Runde 8