Der ACN rutscht in der Tabelle weiter ab
Trotz zwei Auswärtsflügen im guten Wetter gelingt es dem ACN nicht, seine Platzierung in der Tabelle zu stabilisieren. Mit nur zwei Rundenpunkten geht es drei Stufen südwärts auf den 20. Platz.

Kahntal von obenDas Deutschlandwetter der 6. Runde war vom Vorrücken einer Schlechtwetterfront geprägt. Am Sonnabend lag der Tiefdruckwirbel noch weit im Westen. Er transportierte aber bereits warme Luft in das Wettbewerbsgebiet. Was fast alle Freunde von Freiluftaktivitäten freut, ist keine gute Nachricht für Segelflieger. Warmluft macht nämlich die Thermik zickig. Kräftige Aufwindschläuche machen sich rar und die nicht so guten Steiggebiete sind plötzlich eckig mit einem unklaren Zentrum. Das Außenlanderisiko erhöht sich nun erheblich, wenn man kein Hilfstriebwerk an Bord hat. Zunächst waren die Wolken über Nastätten dicht, lockerten aber im Laufe des Sonnabends immer weiter auf. Am Sonntag war es über dem Blauen Ländchen noch schwieriger, einen halbwegs schnellen Bundesligaflug abzuliefern. Jetzt lag der Tiefdruckwirbel quasi vor der Haustür. Immer dichter werdende Wolken hoch oben am Himmel sorgten für immer weniger Sonnenstrahlen, die den Weg zum Boden fanden. So eine Front sorgt aber auch für eine Destabilisierung der Atmosphäre. Meteorologen sprechen von einer Labilisierung, die schöne Cumuluswolken auch ohne intensive Sonneneinstrahlung entstehen lassen kann. Vom nahen Tiefdruckwirbel verschont waren zwei Auswärtsspieler auf dem internationalen Segelflugwettbewerb in Bayreuth. Ohne sie hätten sich der ACN mit nur einem Trostpunkt zufrieden geben müssen.

Den schnellsten Flug des Aero Club Nastätten gelang am Sonnabend Olaf Merbt mit Co-Pilot Peter Fabian auf seiner ASH 25 E (25,6 m Spannweite). Die „Lima Mike“ startete zu einer über 400 Kilometer großen Wettbewerbsaufgabe. Im 2,5-stündigen Bundesligazeitfenster erzielte das Team eine Rundengeschwindigkeit von 92,2 Km/h.

Der zweitschnellste Flug geht ebenfalls an die „Lima Mike“. Der heranrückende Tiefdruckwirbel machte sich aber bereits durch schwächere Aufwinde bemerkbar. Mit 78,3 km/h lag die Rundengeschwindigkeit deutlich unter der Marke vom Vortag.

Uli Leukel mit Co-Pilot Martin Fuhr gelang am Sonnabend von Nastätten aus der drittschnellste ACN-Flug. Auf der „Delta“ (26,5 m Spannweite) flogen sie bis zu ihrer ersten Wende über der Dillinger Hütte. Dieses Stahlwerk ist das größte Grobblechwerk Europas mit einer über 300-jährigen Geschichte. Durch das Kochen von Stahl entsteht so viel Abwärme, dass sie von Segelflugzeugen für den Höhengewinn genutzt werden kann. Die zweite und bereits letzte Wende des Bundesligafluges lag östlich von Limburg. Überwiegend in einem Höhenband zwischen 1.000 und 1.500 Metern über dem Meeresspiegel erzielte der große Doppelsitzer vom Typ ASH25Mi eine Rundengeschwindigkeit von 75,5 km/h.

ASH 30 Die Ergebnisse der aktuellen Runde zeigen erneut sehr deutlich, dass die Leistungsdichte der 1. Segelflugbundesliga deutlich höher liegt als in der 2. Segelflugbundesliga. In der aktuellen Runde liegt die Summe der drei besten Flüge bei 246 km/h. Damit landet der ACN auf dem 19. Rundenplatz und erntet magere zwei Punkte. In der zweiten Liga hätte der Verein des Blauen Ländchens hingegen satte 13 Punkte kassiert. Nach dem sehr erfreulichen Start in die Bundesligasaison auf Rang fünf ging es für die Pilotinnen und Piloten in den nachfolgenden Runden stetig bergab. Die Abstiegszone kommt leider immer näher. Ziel für die kommenden Runden ist es also, den Abstand zum ersten Abstiegsplatz 24 wieder zu vergrößern!

Runde 6