Aero-Club Nastätten rutscht zwei Zähler ab
Drei Flüge, drei Startflugplätze und leider nur ein Trostpunkt

Delta in der LuftDie Luftmasse war am letzten Wochenende deutlich wärmer als in den Vorrunden. Ganz Deutschland lag unter hohem Luftdruck. Der Norden hatte aber wettertechnisch am Sonntagabend ganz klar die Nase vorn. Die Piloten der schnellsten Flüge verfolgten dieselbe Taktik: Zunächst flogen sie gegen den sehr lebhaften Ostsüdostwind, um dann im gesamten Ligazeitfenster mit Rückenwind zu sprinten. Perfekt ausgebildete Wolkenstraßen beschleunigten die Flüge zusätzlich, weil dann so gut wie gar nicht mehr gekreist werden musste. Der schnellste Pilot der 4. Runde war vor Anwendung des Handicapfaktors mit unglaublichen 180 km/h Reisegeschwindigkeit im motorlosen 2,5-stündigen Zeitfenster unterwegs. Das entspricht der üblichen Fluggeschwindigkeit einer Cessna. Dieser Bundesliga-Rekordflug bestand aus einem 33 km langen Gegenwind- und einem 424 km langen Rückenwindschenkel. Nur 5% der Zeit hat der Pilot des AC Braunschweig in Aufwinden gekreist. Diese Taktik konnte man jedoch nur im Norden der Republik anwenden. Die komplizierte Luftraumstruktur um Frankfurt und Stuttgart erlaubte den ACN-Piloten leider keine langen Rückenwindschenkel, was ein klares Manko war.

Auf seiner Antares 20m (20 Meter Spannweite) war der Nastätter Malte Bernhardt mit 104,8 km/h am schnellsten für den ACN unterwegs. Er startete auf dem Alpensegelflugplatz Unterwössen zu einem mehr als 900 Kilometer und fast 9 Stunden langen Flug über den Alpen. Im Sprint-Wertungsfenster flog er von Samedan in der Schweiz bis fast zum Tegernsee. Weiter ging es auf einem weiteren Schenkel zum Steinernen Meer.

Jochen Back startete mit Co-Pilot Uli Leukel auf dem Vereinsdoppelsitzer „Yankee Hotel“. Ihr erster nur 18 Kilometer langer Bundesliga-Schenkel auf der DG-1001T (20 Meter Spannweite) lag über der Mosel und endete bei Trier. Nun ging es mit Nordkurs in die Eifel bis zur Rurtalsperre. Auf Gegenkurs flogen sie nach Lasel und schließlich auf dem vierten und letzten Bundesliga-Schenkel nördlich am Laacher See vorbei bis zum Autobahndreieck Dernbach. Ihre höchste Flughöhe lag mehr als 2.500 Meter über dem Meeresspiegel und mit 97,6 km/h erzielten sie die zweitschnellste Rundengeschwindigkeit.

Martin und Uli in ihrer Die „Delta“, der große Doppelsitzer vom Typ ASH 25 Mi (26,5 Metern Spannweite), startete am Samstag auf der Hahnweide zum letzten Wertungstag des internationalen Wettbewerbs. Die Aufgabe führte Pilot Martin Fuhr mit Co-Pilot Peter Fabian mit Südwestkurs zum hoch gelegenen Segelfluggelände Klippeneck am Südrand der Schwäbischen Alp. Die zweite Wende wurde mit Nordnordwest-Kurs angesteuert. Sie lag am Rand des Schwarzwaldes. Dort musste das Team zurückhaltend fliegen, weil sich die Cumuluswolken ausbreiteten. Normalerweise lösen sich die weißen Thermikbojen recht bald wieder auf. In einer vergleichsweise feuchten Luftmasse passiert das jedoch nicht, so dass großflächige Wolkenpfannkuchen entstehen. Dann erreichen deutlich weniger Sonnenstrahlen den Boden, um neue Thermikschläuche zu produzieren und die Aufwindsuche wird erschwert. Mit Kurs Südost flog das Team zurück zur Schwäbischen Alb, um dann diese bis zum nordöstlichen Ende längs zu queren. Die Luftmasse trocknete immer weiter ab, so dass ab Aalen-Elchingen bis zur letzten Wende gar keine Cumuluswolken mehr die Aufwindschläuche markierten. Der Segelflieger spricht dann von Blauthermik. Eine Rundengeschwindigkeit von 95,4 km/h bedeutete den drittschnellsten Flug für den ACN. Fuhr berichtete von einem sehr schönen Wertungstag und einer Reisegeschwindigkeit über die gesamte Wettbewerbsstrecke von sehr schnellen 122 km/h. Auf dem sehr hochkarätigen Wettbewerb mit ehemaligen Weltmeistern gelang Fuhr eine sehr erfreuliche Endwertung in der ersten Hälfte der Rangliste.

FernsichtIn einer durchschnittlichen Bundesligarunde hätten die vom ACN abgelieferten Rundengeschwindigkeiten einen Platz im oberen Bereich der Tabelle gesichert. Leider konnte sich der ACN in dieser außergewöhnlichen Runde nicht behaupten und landete schließlich auf dem 27. Tabellenplatz. Dadurch büßt der Erstligist zwei Zähler ein und steht jetzt auf Platz 14, was immer noch eine erfreuliche Ausgangsposition für die nächsten Runden ist. Leider sagen die Wettermodelle für das kommende Pfingstwochenende keine stabile Wetterlage voraus. 

Runde 4 – Nur ein Trostpunkt