Der ACN wieder in der Aufstiegszone

Eine der schwierigsten Bundesligarunden der letzten Jahre bescherte dem ACN hervorragende 16 Rundenpunkte. Obwohl die Lage aussichtslos erschien, starteten zwei Piloten in Nastätten und hatten Erfolg.

Der Wind, die Niederschläge und Temperaturen an beiden Tagen des Wochenendes erinnerten eher an den Herbst. Kaum zu glauben, dass am Sonntag mit dem längsten Tag des Jahres der kalendarische Sommer begann. Bei sehr grenzwertigen Wetterlagen schreckt der Pilot eines reinen Segelflugzeuges davor zurück, sich bei niedriger Arbeitshöhe vom Heimatflugplatz zu entfernen. Eine risikoreiche Außenlandung in einem Getreidefeld ist dann recht wahrscheinlich. Außerdem ist der Aufwand des Rücktransports hoch. Bis sich das Segelflugzeug zerlegt im Anhänger befindet und die Rückfahrt zum Heimatflugplatz angetreten werden kann, vergehen oft viele Stunden. Deshalb fanden sich am Sonnabend nur zwei motorisierte Piloten für den Versuch eines Bundesligafluges. Malte Bernhardt und Peter Fabian starteten nach dem Durchzug eines Schauers bei kräftigem Nordwestwind. Sie flogen nur leicht versetzt in Richtung Koblenz ab, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, einen Aufwind zu finden. Fliegt nämlich der eine Pilot knapp an einem unsichtbaren Aufwindschlauch vorbei, dann gibt es immerhin noch für den zweiten Piloten die Chance, in die Thermik einzufliegen. Die Arbeitshöhe in der regnerischen Luftmasse lag anfangs bei nur 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Langsam stieg sie im Tagesverlauf an. Nach einer Stunde Teamflug verloren sich Fabian und Bernhardt aus den Augen und flogen eigene Wege. Sie tauschten sich aber ständig über Funk über die Möglichkeiten des Weiterfluges aus. Bei ihren Bundesligaflügen nutzen sie alle vier Schenkel aus. Dabei war der längste Schenkel nur 47 Kilometer lang. Nach der Landung freuten sich beide über einen spannenden, lehrreichen Flug. Sie schafften es sogar, trotz des dauernden Zickzacks, die Mindestwertungsgeschwindigkeit zu knacken. Mit 53,1 km/h war Malte Bernhardt auf seiner Antares 20m etwas schneller als Peter Fabian, der auf seiner DG-808B eine Rundengeschwindigkeit von 46,8 km/h erzielte.

Wie schlecht das Wetter in der 10. Bundesligarunde war, zeigt der Blick in die Tabelle. Nur 10 der 30 Zweitligisten schafften es, wenigstens einen Flug einzureichen. Der Aero Club Nastätten verbuchte auf Rang 5 wertvolle 16 Rundenpunkte und liegt jetzt wieder in der Aufstiegszone. Mehr als die Hälfte der Saisonrunden wurden bereits ausgetragen. Wird der Verein die erfreuliche Platzierung in den verbleibenden neun Runden verteidigen können?

Runde 10