Der ACN auf dem 3. Rundenplatz

Außenlandung der Malte Bernhardt gelang der schnellste Bundesligaflug. Die
Martin Fuhr (li.) und Uli Leukel gelang der zweitschnellste Bundesligaflug.    

In einem kleinen Wetterfenster gelangten den ACN-Piloten in der 7. Runde erstaunlich schnelle Flüge. Hervorragende 18 Rundenpunkte sorgten für einen deutlichen Sprung vom 11. auf den 5. Tabellenplatz.

Die Großwetterlage über Deutschland sah an beiden Tagen des Wochenendes alles andere als erfreulich aus. Der Samstag war windig und die Aufwindverteilung sehr unregelmäßig. Am Sonntag zog eine Schlechtwetterfront auf, dessen kräftiger Südwestwind von den Bückeburger Segelfliegern für schnelle, sehr tiefe Hangflüge am Wesergebirge genutzt wurde. Thermische Aufwinde waren Mangelware. Der Blick in die Rundenwertung zeigt, dass nur 15 der 30 Zweitligisten die maximale Anzahl von drei Wertungsflügen ausschöpften. Sechs Vereine schafften nur einen Wertungsflug und zwei Vereinen gelang überhaupt kein Bundesligaflug. Die ACN-Piloten arbeiteten sich am Sonnabend geschickt unter den zahlreichen grauen Wolken ins thermisch gute Saarland vor. Den Pechvögeln des Tages misslang der Abflug auf dem Vereinsdoppelsitzer „Yankee Hotel“. Unweit des Rheins waren sie zu tief, um nach Nastätten zurückgleiten zu können. Ein Aufwind fand sich nicht mehr und da das Hilfstriebwerk immer noch nicht genutzt werden darf, blieb als letzte Option nur noch die Landung auf einem Getreidefeld übrig.

Der Nastätter Malte Bernhardt war in dieser Runde mit 91,6 km/h der schnellste ACN-Pilot. In seinem Elektrosegler Antares 20m arbeitete er sich gegen den Wind bis zur Wende in der Nähe der französischen Grenze vor. Mit dem Wind im Rücken und einer Reisegeschwindigkeit von über 113 km/h flog er 180 Kilometer weit bis nach Gießen. Da er nicht im ganzen Bundesliga-Zeitfenster mit Rückenwindturbo unterwegs sein konnte, lag seine Rundengeschwindigkeit niedriger.

Martin Fuhr mit Co-Pilot Uli Leukel im großen Doppelsitzer „Delta“ wählte eine ähnliche Taktik. Die Wende in den Rückenwind lag unweit des französischen Kernkraftwerks Cattenom. Leider dürfen unter Androhung von Strafen in sechsstelliger Höhe die Kühltürme nicht mehr überflogen werden, die stets zuverlässige und sehr kräftige Aufwinde liefern. Das 2,5-stündige Wertungsfenster ihres Bundesligafluges endete bei Nastätten. 88,6 km/h konnten sie zum Rundenkonto beisteuern.

Segelflugreferent Peter Fabian hatte eigentlich Fluglehrerdienst. Am frühen Nachmittag fanden sich zwei Fluglehrerkollegen, die ihn ablösten, so dass er um 13:30 Uhr für die Bundesliga starten konnte. Durch den späten Abflug hatte er es besonders schwer, unter einer mittlerweile fast geschlossenen Wolkendecke in das thermisch gute Gebiet vorzudringen. Bei Idar Oberstein war er sehr tief, fand aber einen kräftigen Aufwind. In nur fünf Minuten war er 1.000 Meter höher. Nun lief es problemlos. Er konnte Aufwindreihungen folgen, die dem Segelflieger ermöglichen, die Höhe im schnellen Geradeausflug zu halten. Über dem westlichen Ende des Hunsrücks wendete er seine DG-800B „Juliette Delta“. Nun ging es mit 40 km/h Wind im Rücken 125 km weit bis hinter Worms. Auf diesem Schenkel betrug seine Reisegeschwindigkeit fast 140 km/h. Der Rückweg nach Nastätten gestaltete sich trotz der dicken Wolkenabschirmung problemloser als erwartet.

Am kommenden Wochenende dürfen wir endlich sommerliche Temperaturen bis 30°C erwarten. Das muss aber nicht unbedingt eine gute Nachricht für die Segelflieger sein. Für das Entstehen von Aufwinden kommt es nämlich auf den Temperatur- und Feuchtigkeitsverlauf in der Atmosphäre an. Ein kompliziertes Thema, das hier nicht weiter vertieft werden soll. Nach sieben von 19 Runden und einem Tabellenrang in der Aufstiegszone kann langsam wieder der Traum von der ersten Liga geträumt werden.

Runde 7