Drei Startorte, zwei Flugtage, ein Rundenpunkt

Viele graue Wolken und wenig Sonne. Malte Bernhardt gelang der einzige Bundesligaflug von Nastätten aus. In der feuchten Luft waren ungewöhnlich viele Insekten unterwegs.

Das Pfingstwochenendwetter ließ über dem Blauen Ländchen keine schnellen Bundesligaflüge zu. Viel feuchte Luft und wenig Sonne machten es schwierig, die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h zu knacken.

Normalerweise zieht eine Schlechtwetterfront schnell durch. Die klassische Abfolge besteht in einem warmen Südwind, immer dichterer Bewölkung, Regen und dann viel Sonne, frischer Wind und deutlich geringere Temperaturen. In der klaren Luft auf der sogenannten Rückseite einer Front entstehen oft sehr gute Aufwinde. Doch an diese Spielregel hielt sich das Pfingstwetter nicht. Vielmehr ging es bei geringen Luftdruckgegensätzen einfach nicht voran mit dem Wetterwechsel. Die unterschiedlichen Luftmassen vermischten sich langsam und sehr inhomogen. Es war daher eher ein Lotteriespiel, die kleinen Gebiete ausfindig zu machen, in denen ein Bundesligaflug aus dem Hut gezaubert werden konnte.

Am besten gelang dies Ilka Elster-Back mit Co-Pilot Holger Back auf einer DG-1001 (20 m Spannweite) am Sonnabend. Sie flogen mit wenig Sonnenschein von Bruchsal bei Karlsruhe zum Schwarzwald und von dort zurück zum Startflugplatz. Ihre maximale Flughöhe betrug fast 2.200 m über dem Meeresspiegel. Mit 62,8 km/h gelang ihnen der schnellste Flug für den Aero Club Nastätten.

Am Sonntag startete Malte Bernhardt um 12:45 Uhr mit seinem Elektrosegler Antares 20m auf dem Flugplatz Nastätten. Er beschrieb seinen ersten Flugschenkel in Richtung Eifel als anstrengenden Kampf ums Obenbleiben. Die Aufwinde reichten anfangs nicht über 1.000m über dem Meeresspiegel. Erst auf seinem zweiten Schenkel nach Siegerland im Westerwald stieg die Wolkenbasis ein wenig an. Sein dritter Schenkel bis fast nach Koblenz war vergleichsweise unproblematisch, obwohl die maximale Flughöhe auf diesem Schenkel deutlich unter der „Entspannungs-Marke“ von 1.500 m blieb. Diese Höhe konnte erst auf dem letzten Schenkel in Richtung Osten kurzzeitig bei Montabaur geknackt werden. Mit 59,4 km/h war Bernhardt nur unwesentlich langsamer als das Ehepaar Back.

Moritz Althaus feierte am Sonntag sein Bundesliga-Debut. Ihm gelang der drittschnellste Flug für den Aero Club Nastätten mit 54,0 km/h. Auf der fast 50 Jahre alten Elfe S4 (15 m Spannweite) nahm er am elftägigen Wettbewerb „Dannstadter Vergleichsfliegen“ im Rheintal teil. Es war der letzte Wertungstag an dem ihm nicht nur ein dritter Tagesplatz gelang, sondern auch ein für die schwierigen Wetterbedingungen schneller Bundesligaflug für seinen Heimatverein.

Am Sonntag versuchten die beiden Doppelsitzer „Yankee Hotel“ und „Delta“ in die Wertung zu kommen. Beide Teams blieben jedoch unter der Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h. Die „Yankee Hotel“ machte eine ungewollte Kaffeepause auf dem Flugplatz Montabaur und die „Delta“ musste den Motor zünden, um eine Landung in einem Getreidefeld zu vermeiden.

Trotz der Starts der Nastätter Pilotinnen und Piloten an drei verschiedenen Orten, gelang es ihnen nicht, in die deutlich günstigeren Wettergebiete vorzudringen. Der 25. Rundenplatz ergibt nur einen enttäuschenden Rundenpunkt. In der Tabelle gibt der ACN hingegen nur zwei Zähler ab und liegt komfortabel auf Platz 11. Am kommenden Wochenende wird das Wetter nach den aktuellen Prognosen etwas besser sein. So richtig gutes Wetter mit blauem Himmel und weißen Kumuluswolken ist aber leider immer noch nicht zu erwarten.

Runde 6