ACN trotz erneut 15 Punkten weiter im Abstiegskampf

Wolkenaufreihungen beschleunigen die Reisegeschwindigkeit. Auf dem Flugplatz fühlen sich die Siebenschläfer sehr wohl. Bundesliga-Team der 17. Runde: Martin Fuhr, Klaus Doubek, Holger Back, Gottfried Back (v.l.n.r.)

Photos: Jens-Christian Henke

Obwohl die Erstligisten des Blauen Ländchens sehr schnell flogen und somit erneut zweistellig punkten konnten, ist der Abstand zur Abstiegszone unverändert kritisch

In der 17. Runde der 1. Segelflugbundesliga konnten die Pilotinnen und Piloten des Aero-Club Nastätten beide Tage des Wochenendes mit jeweils acht Wertungsflügen für schnelle Luftrennen nutzen. Entscheidend für einen schnellen Flug war, so lange wie möglich den Südwestwind als Rückenwindturbo auszunutzen. Nicht nur die Piloten der drei Topflüge verfolgten dabei dieselbe Strategie: Zunächst wurde unter noch schwachen Bedingungen gegen den Wind ins Saarland geflogen. Als sich die Stärke der Aufwinde verbesserte und die Höhe der Cumuluswolken anstieg, starteten sie die Luftrennen und flogen mit dem Wind im Rücken nach Nordosten. Dabei wurden sehr hohe Reisegeschwindigkeiten deutlich über 100 km/h erzielt. Der Rückweg nach Nastätten war am Sonnabend eine Herausforderung, weil die Wolkenbasis am späten Nachmittag absank und die Thermik schwächer wurde. Holger Back gelang die Rückkehr am Sonnabend nur mit Mühe, weil er als letzter an der Winde gestartet war.

Am Sonntag trainierte er den Vereinsnachwuchs: Im engen Verband flogen die beiden Leistungsdoppelsitzer des Vereins eine ähnliche Strecke ins Saarland und nach Nordosten wie am Vortag. Dabei saß Back auf dem hinteren Sitz der DG-1001T „Yankee Hotel“ mit Pilot Mathis Donath auf dem vorderen Sitz. Der Duo Discus „Yankee Delta“ wurde von Max Karl mit Michael Schmitt als „Co“ pilotiert. Diese beiden Flüge mit einer Wertungsgeschwindigkeit von jeweils knapp über 100 km/h qualifizierten sich beinahe für das Bundesliga-Team der 17. Runde und haben den Nachwuchspiloten viel Spaß gemacht.

Holger Back – doppelter Vizeweltmeister im Segelflug – war es auch, der mit einer Rundengeschwindigkeit von 107,4 km/h den schnellsten ACN-Flug erzielte. Mit dem Wind im Rücken spurtete er mit seinem Co-Piloten Gottfried Back im Vereinsdoppelsitzer Duo Discus „Yankee Delta“ (20,0 m Spannweite) mit einer Reisegeschwindigkeit von über 118 km/h. Sie befanden sich 40 km östlich von Marburg in 1.500 m über dem Meeresspiegel als sie kurz nach 16:30 Uhr den schwierigen Rückweg nach Nastätten antraten, der fast 2 Stunden dauerte.

Sein Bruder Jochen Back lieferte auf der ASH25E „Lima Mike“ (25,6 m Spannweite) mit Co-Pilot Nils Weidmann den zweitschnellsten Flug ab. Nach einem 131 km/h schnellen und 236 km langen Rückenwindschenkel wendeten sie deutlich südlicher als die „Yankee Delta“ nordöstlich des Vogelsbergs. Sie mussten bis zum Ablauf des 2,5-stündigen Ligazeitfensters weitere 67 km gegen den Wind fliegen. Am Ende betrug ihre Wertungsgeschwindigkeit nach Anwendung des Handicapfaktors 103,9 km/h.

Klaus Doubek mit Co-Pilot Martin Fuhr gelang auf ihrer „Delta“, eine ASH25Mi mit 26,0 m Spannweite der drittschnellste Flug. Wie die „Yankee Delta“ und „Lima Mike“ platzierte sie die erste Wende bei Saarlouis. Dann wurde ein langer Rückenwindsprint fast bis zur Wasserkuppe eingelegt, bevor es zurück nach Nastätten ging. Sie waren 101,2 km/h schnell.

Trotz einem hervorragenden 6. Rundenplatz mit erneut 15 Rundenpunkten und einer kleinen Verbesserung auf den 22. Tabellenplatz kämpft der ACN unverändert gegen den Abstieg. Die Rundenpunkt-Differenz zur Abstiegszone ist nämlich mit nur 5 Punkten viel zu gering, um Entwarnung geben zu können. Schaut man sich die Tabelle nach der 17. Runde genauer an, dann wird sehr deutlich, dass nicht nur der ACN alles tun wird, um dem Abstieg zu entrinnen. Denn der Punkteabstand zwischen Platz 24 (erster Abstiegsplatz) und Platz 16 (Tabellenmitte) beträgt ungewöhnlich geringe 14 Punkte. Die letzten beiden Runden werden also für den Aero Club Nastätten sehr spannend.

Text: Jens-Christian Henke

Runde 17