Der ACN erzielt 15 Rundenpunkte!

 

Flugplatz Nastätten im Aufwind kurz nach dem Windenstart Stadt Nastätten im Aufwind kurz nach dem Windenstart Auf dem Weg nach Aachen
Eine perfekte Cumuluswolke fast wie aus dem Lehrbuch Heimflug mit einem letzten Aufwind über Bundesliga-Team der 16. Runde
Spektakulärer Sonnenuntergang über dem Blauen Ländchen    

Photos: Jens-Christian Henke

Die Erstligisten des Blauen Ländchens stemmen sich erfolgreich gegen den Abstieg und erzielen 15 wertvolle Rundenpunkte

Der Aero-Club Nastätten kann in der 16. Runde der 1. Segelflugbundesliga endlich wieder zweistellig punkten und hat in den verbleibenden drei Runden der Saison gute Chancen, den Abstand zur Abstiegszone deutlich zu vergrößern.

Der Sonntag war an diesem Wochenende eindeutig der bessere Tag für schnelle Bundesligaflüge. Wieder war die Motivation der Piloten des Aero-Club Nastätten groß, da der Abstieg in die 2. Segelflugbundesliga für den Verein keine Option ist. Im Pilotenbriefing am Sonntag, an dem sowohl die „alten Hasen“ als auch die Flugschüler teilnahmen, wies Flugleiter Dieter Schäfer explizit auf die günstige Wetterlage in der Mitte Deutschlands und die Chancen für eine gute Bundesligawertung hin. Am Sonntagabend konnte sich der ACN dann über schnelle Flüge freuen, die dank der erheblich besseren Thermik die Wertungsgeschwindigkeit der Flüge am Sonnabend klar übertrafen. Insgesamt wurden an diesem Wochenende acht Bundesligaflüge gemeldet.

Das Bundesliga-Dreierteam der 16. Runde wurde angeführt von Martin Fuhr, der mit Co-Pilot Uli Leukel die ASH25Mi „Delta“ (25,6m Spannweite) zunächst über die Eifel nach Aachen steuerte. Von dort ging es an Montabaur vorbei bis nach Marburg. Fuhr freute sich über eine in dieser Saison selten erreichte Flughöhe um die 2.000 Meter. Ihre Reisegeschwindigkeit betrug sehr gute 114 km/h. Nach Anwendung des Handicapfaktors für den großen Doppelsitzer wurde eine Rundengeschwindigkeit von 97,3 km/h erzielt.

Etwas langsamer mit einer Rundengeschwindigkeit von 94,8 km/h unterwegs waren Jens-Christian Henke mit Co-Pilot Ralf Hannawald. Henke flog das erste Mal den neuen Vereinsdoppelsitzer vom Typ DG-1001T „Yankee Hotel“ (20 m Spannweite) und war von den angenehmen Flugeigenschaften und der bequemen Sitzposition sehr angenehm überrascht. Nach der sorgfältigen Einweisung durch Vereinskameraden blieb jedoch keine Zeit übrig, das Flugzeug mit Wasserballast zu betanken. Bei starken Aufwinden wird dieser Trick genutzt, um die Reisegeschwindigkeit zu steigern. Die Physik dahinter ist dieselbe wie bei den Bobfahrern im Eiskanal, denn beim Gleiten auf Eis – wie in der Luft – ermöglicht eine höhere Masse eine höhere Vorwärtsgeschwindigkeit. Die Flugwege der „Yankee Hotel“ und „Delta“ waren sehr ähnlich.

Harald Emrich aus Wiesbaden komplettierte das Bundesliga-Team der 16. Runde mit einer Rundengeschwindigkeit von 83,3 km/h. Er flog seine LS8T „November Three“ (18 m Spannweite) den Hunsrück entlang nach Marpingen, von dort in den Westerwald und zurück nach Nastätten. Unterschiedliche Strategien in der Flugwegwahl sind bei der Bundesligafliegerei sehr sinnvoll, da man nie vorher weiß, wo sich die besten Aufwinde entwickeln.

Endlich kann der Aero-Club Nastätten wieder zweistellig punkten! Nach den vielen Runden mit nur einem Trostpunkt, konnten dem Saisonkonto wertvolle 15 Punkte gut geschrieben werden. Ein weiterer Abstieg wurde vorerst vermieden und der 23. Tabellenplatz stabilisiert. Dabei konnte der Abstand zur Abstiegszone vielleicht entscheidend verbessert werden, denn dieser beträgt nun sechs statt zuvor nur einen mageren Punkt. Viele Vereinskameraden genossen den Sonntagabend auch wegen eines spektakulären Sonnenuntergangs über dem Blauen Ländchen.

Text: Jens-Christian Henke

Runde 16