Schnelle ACN-Flüge werden mit 12 Rundenpunkten belohnt

Heidelberg am Neckar Blick über das Rheintal in Richtung Frankfurt

Photos: Jens-Christian Henke

Nach dem verregneten Sonnabend wurde der Sonntag seinem Namen gerecht und es gab gute Thermik über Hunsrück und Rheintal.

Wieder konnte nur ein Tag des vergangenen Wochenendes für Bundesligaflüge genutzt werden. Nach einem verregneten Sonnabend überraschte der Sonntag – anders als noch am Freitag prognostiziert – mit guten Aufwinden. Die Piloten des Aero Club Nastätten nutzten insbesondere die Thermik über Hunsrück und Rheintal für schnelle Luftrennen. 10 Flüge lagen über der Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h, so dass der Verein in der 11. Runde der 1. Segelflugbundesliga gut aufgestellt war. Große Schwierigkeiten bereitete jedoch die kompakte Bewölkung einer Warmfront, die von Nordwesten heranzog und am frühen Nachmittag das Blaue Ländchen erreichte. Im Schatten des Wolkenbandes konnten sich nur wenige, sehr schwache Aufwinde entwickeln. Deshalb wurden im Funk lebhaft Strategien für eine Rückkehr nach Nastätten diskutiert.

Mit Abstand am schnellsten unterwegs war der zweifache Vize-Weltmeister im Segelflug Holger Back auf einer LS 10 (18 m Spannweite). Er startete mit der „Seven One“ in Bruchsal bei Karlsruhe und flog Richtung Osten fast bis nach Regensburg und zurück. Mit dem Rückenwind als „Turbo“ erzielte Holger Back eine Reisegeschwindigkeit von 126 km/h im 2,5-stündigen Bundesliga-Zeitfenster. Nach Anwendung des Handicap-Faktors für sein Flugzeug standen sehr schnelle 110 km/h in der Wertungsliste.

Claudia Gallikowski mit Co-Pilot Jens-Christian Henke (beide Wiesbaden) gelang der schnellste Ligaflug von Nastätten aus. Bevor sie jedoch das eigentliche Luftrennen begannen, besuchte die eta „Kilo Lima“ – wie zuvor von der Pilotin abgesprochen – das Treffen der sehr großen, ferngesteuerten Modellsegelflugzeuge in Kettenbach bei Michelbach. Einmal pro Jahr findet dort die sogenannte „Schleppwoche“ statt. Die Großsegler mit bis zu 25 kg Masse sind so schwer, dass sie nur von einem entsprechend starken Modellmotorflugzeug in die Luft geschleppt werden können. Die eta, mit 30,9 m Spannweite das größte Segelflugzeug der Welt, überflog vor und auch nach dem Bundesligaflug das Modellfluggelände in niedriger Höhe – sehr zur Freude der Modellflieger. Für die Segelflugbundesliga wählte das eta-Team zunächst einen Flugweg über dem Hunsrück ins Saarland, weil dort gut ausgebildete Cumuluswolken kräftige Aufwinde anzeigten. Auf dem Rückweg galt es, dem Schatten der Warmfront auszuweichen. Sie entschieden sich anders als die Vereinskameraden gegen einen Rückflug ins Saarland oder einen durch die Wolkenabschirmung der Front deutlich ausgebremsten Rückflug nach Nastätten. Stattdessen nutzen sie den Rückenwind-Turbo für einen Sprint nach Heidelberg direkt über das Rheintal. Mit dieser Strategie gelang ihnen der schnellste ACN-Flug vom Startort Nastätten. Sie erzielten dabei eine Rundengeschwindigkeit von 83,5 km/h.

Das ACN-Bundesliga-Team wurde komplettiert durch Jochen Back (Taunusstein) mit Co-Pilot Olaf Merbt (Aarbergen-Panrod) auf der „Lima Mike“, eine ASH25E mit 25,6 m Spannweite. Sie flogen von Nastätten aus den gesamten Hunsrück hinunter bis an die Mosel. Auf ihrem Rückflug gelang es ihnen, 56 km vor dem Heimatflugplatz bis auf über 1.900 m Höhe über dem Meeresspiegel zu steigen. So war im Schatten der Warmfront ein Gleitflug ohne Aufwinde bis nach Nastätten möglich. Sie erzielten eine Rundengeschwindigkeit von 80,4 km/h.

Der ACN belegte in der 11. Runde den 9. Tabellenplatz und konnte somit seinem Bundesligakonto hervorragende 12 Punkte gutschreiben. In der Tabelle gibt es aber keine Veränderung. Der ACN verteidigt also seinen 16. Platz in der Tabellenmitte.

Text: Jens-Christian Henke

Runde 11