Der ACN fliegt auswärts

Alfred Perlich bereitet den Bundesligastart vor. Das Schleppflugzeug rollt vor die DG 200 von Alfred Perlich. Die

Photos: Jan Zoran

Aufgrund des wechselhaften Herbstwetters mitten im Sommer konnte der ACN nur im Rheintal punkten, weil die Wolken über dem Blauen Ländchen zu niedrig waren

Nachdem die letzten Wochenenden zumindest einen fliegbaren Tag präsentierten, dominierte Kaltluft das Wettergeschehen in der 10. Runde der ersten Segelflugbundesliga. Das stark wechselhafte, kühle und sehr windige Wetter erinnerte eher an den Herbst als an die längsten Tage des Sommers. Der Norden konnte am Samstag überhaupt nicht zu Ligaflügen starten. Die besten Bedingungen fanden die Bundesligisten auf einem langen Streifen zwischen Stuttgart und Berlin. Am Sonntag waren auch aufgrund des noch stärker gewordenen Windes nur wenige Segelflieger über Deutschland in der Luft. An der Bergstraße und über der Schwäbischen Alb konnte die Mindestwertungsgeschwindgkeit von 40 km/h geknackt werden.

Die ACN-Piloten unternahmen an diesem Wochenende alles, um ihren Platz in der Mitte der Tabelle zu verteidigen. Drei Flugzeuge starteten am Sonnabend über dem Blauen Ländchen zu Wertungsflügen. Sie machten mehrere Starts an der Winde oder hinter im Schlepp hinter dem Motorsegler oder sie zündeten mehrfach den Motor für einen weiteren Versuch, die Mindestwertungsgeschwindigkeit zu überwinden. Leider waren alle Versuche erfolglos. Am Sonntag war die Frustration des Vortages vergessen und es wurde mit hoher Motivation eine Alternative für das miserable Wetter ausgeheckt.

Konsequent hängte Alfred Perlich seine in einem langen Transportanhänger verstaute DG 200 (17 m Spannweite) an den Schlepphaken seines Autos und fuhr in das Rheintal. Das Montieren eines Segelflugzeuges dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Er startete mit seiner „Echo Lima“ hinter einem Motorflugzeug in Weinheim an der Bergstraße und erzielte eine Rundengeschwindigkeit von 41 km/h.

Ilka Elster-Back startete auf einer LS10 (18 m Spannweite) in Bruchsal. Sie flog überwiegend in den thermischen Aufwinden am östlichen Ende des Rheintals und ihre nördliche Wende war Weinheim an der Bergstraße, der Startflugplatz der „Echo Lima“. Sie erzielte eine Rundengeschwindigkeit von 63,8 km/h.

Am schnellsten mit einer Rundengeschwindigkeit von 67,4 km/h unterwegs war Jochen Back auf der „Yankee Hotel“, dem neuen Vereinsdoppelsitzer DG-1001T (20 m Spannweite). Er startete im Flugzeugschlepp auf dem Flugplatz Bensheimer Stadt und landete planmäßig in Bruchsal. Dort wurde das Flugzeug an Jelmer Wassenaar, Chefkonstrukteur von DG Flugzeugbau, übergeben. Er nimmt mit dem Flugzeug an der Europameisterschaft im Segelflug teil.

Trotz des vollen Einsatzes in der 10. Runde belegte der AC Nastätten nur den 22. Rundenplatz. Erfreulicherweise ergab sich jedoch keine Verschlechterung in der Tabelle. Der ACN liegt also unverändert auf Platz 16 der 30 Erstligisten.

Text: Jens-Christian Henke

Runde 10