13 Rundenpunkte trotz regnerischem Wetters.

Start der Jochen Back und Ramon Meyer auf der Heide nach der Landung im neuen Vereinsdoppelsitzer Das ACN-Bundesligateam der 6. Runde (v.l.n.r.): Ramon Meyer auf der Heide, Jochen Back, Alfred Perlich, Peter Fabian.

Photos: Wilhelm Westerburg, Gerson Brands, Claudia Gallikowski

 

Der ACN verbessert sich auf den 12. Tabellenplatz. Wieder konfrontierte Petrus die Piloten der 1. Segelflugbundesliga mit schwierigen Wetterbedingungen. Der Sonntag fiel als Wertungstag in ganz Deutschland komplett ins Wasser. Und am Sonnabend konnte nur in der Mitte und im Süden der Republik unter widrigen Bedingungen gepunktet werden, da sich immer wieder Regenschauer entwickelten.

Für die Piloten des Blauen Ländchen war es am Sonnabend entscheidend, früh genug zu starten, um vor den großen Regengebieten wieder in der Halle zu sein. Die Luftmasse war nämlich von hoher Labilität. Das bedeutet, dass sich selbst bei geringer Sonneneinstrahlung starke Aufwindschläuche entwickeln können, die gut sichtbar am Ende mit einer weißen Blumenkohlwolke markiert sind. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sich die Aufwindentwicklung verselbstständigt und die Wolken immer größer werden, bis sie schließlich ausregnen und es weiträumig keine Thermik mehr gibt. Im Extremfall entstehen sogar gefährliche Gewitterwolken, was aber am Sonnabend zum Glück nicht der Fall war. Es galt den richtigen Startzeitpunkt für das 2,5-stündige Bundesliga-Zeitfenster sowie eine Route mit möglichst starken Aufwinden aber geringer Schauerneigung zu wählen. Keine einfache Aufgabe, der sich nur wenige ACN-Piloten stellten.

Die beste Wahl trafen Jochen Back (Taunusstein) mit Co-Pilot Ramon auf der Heide (Eltville) im neuen Vereinsdoppelsitzer „Yankee Hotel“, eine DG-1001T mit 20m Spannweite. Ihr Ligaflug startete um 11:55 Uhr zu einem Jojo-Flug über Soonwald und Hunsrück mit Idar-Oberstein als erster Wende. Zurück am Rhein standen in Richtung Nastätten Schauer und es drang durch die dichte graue Wolkendecke kein Sonnenstrahl mehr auf den Boden. Das Team traf die mutige Entscheidung, erneut nach Idar-Oberstein zu fliegen. Ihnen gelang dann trotz der Abschirmung noch der Rückflug nach Nastätten. Mit einer Rundengeschwindigkeit von 82,5 km/h waren sie am schnellsten unterwegs.

Erstmals in dieser Saison im Bundesligateam war Alfred Perlich (Wiesbaden) auf seinem Einsitzer, der DG-200 „Echo Lima“ mit 17m Spannweite. Er punktete fast zur gleichen Zeit wie die „Yankee Hotel“ mit 68,3 km/h. Bei Idar-Oberstein wendete er nur einmal und hielt sich später bis zum Ende des 2,5-stündigen Zeitfensters über dem Blauen Ländchen auf.

Das ACN-Bundesliga-Team der 6. Runde wurde von Segelflugreferent Peter Fabian (Taunusstein) und dem 1. Vorsitzenden des ACN Thomas Eisenlohr (Dickschied) auf dem Vereinsdoppelsitzer „Yankee Delta“, einem Duo Discus mit 20m Spannweite, vervollständigt. Sie starteten deutlich früher um 11:19 Uhr und entschieden sich, über Koblenz bis in die Eifel und wieder zurück nach Nastätten zu fliegen. Weil auf ihrer Flugroute die Aufwinde deutlich schwächer als über dem Hunsrück waren, betrug ihre Rundengeschwindigkeit nur 50,9 km/h.

Der ACN belegte in der 5. Runde den 8. Tabellenplatz und kann somit seinem Bundesligakonto wertvolle 13 Punkte gutschreiben. In der Tabelle verbessert sich der Verein um einen Zähler auf Platz 12. Das Ziel, sich in dieser Runde in der oberen Tabellenhälfte zu stabilisieren, wurde somit erreicht. Leider wird die Großwetterlage mit wechselhaftem Wetter auch über das verlängerte Wochenende anhalten.

Text: Jens-Christian Henke

Runde 6