Erstmals kein Streckenflug diese Saison

Was braucht es, um mit einem Segelflugzeug weite Distanzen zurückzulegen? Ein passendes Flugzeug zuallererst. Dem Aero-Club Nastätten stehen dafür jeweils zwei moderne Ein- und Doppelsitzer zur Verfügung. Doch auch mit den älteren Segelflugzeugen aus Holz, die meist zur Ausbildung genutzt werden, können Strecken bis zu 500 Kilometer geflogen werden.

Auch der Pilot muss sich auf den Flug vorbereiten, genügend Proviant mitnehmen und Vorkehrungen für eine mögliche Außenlandung treffen. Dies bedeutet, dass der Hänger, in dem das Flugzeug transportiert werden kann, abfahrbereit ist und ein potentieller Rückholer bereit steht. 

So ein Wetter wäre gut für das Streckenfliegen gewesen

Am wichtigsten aber ist das Wetter. Es muss ausreichend Sonneneinstrahlung auf den Boden treffen, sodass sich Pakete warmer Luft bilden und aufsteigen können (sogenannte Thermik oder Aufwinde).

In diesen können Segelflugzeuge dann kreisend Höhe gewinnen. Auch sollte die Untergrenze der Wolken nicht zu tief über dem Boden sein.

Liegt sie tiefer als ca. 800 Meter über Grund, so ist es schwierig, den nächsten potentiellen Aufwind zu erreichen und gleichzeitig in Gleitreichweite eines Feldes zu bleiben, dass für eine Außenlandung geeignet ist.

Zudem sollte der Wind nicht zu stark sein. Zwar ist ein leichter Wind positiv, da er die Warmluft-Pakete vom Boden ablöst und Reihungen von Aufwinden entstehen lässt, unter denen auch im Geradeaus-Flug Höhe gewonnen werden kann. Ist der Wind aber zu stark, so ist es sehr turbulent und die Aufwinde sind so unstrukturiert, dass kreisend keine Höhe gewonnen werden kann.

Genau diese Voraussetzungen waren am vergangen Wochenende zum ersten Mal diese Saison nicht gegeben, sodass kein einziger Streckenflug aus Nastätten gelang. Damit waren die Segelflieger aus dem ‚Blauen Ländchen‘ nicht allein, nur rund die Hälfte der 30 Vereine in der ersten Bundesliga konnte Punkte sammeln.

Vor der letzten Runde der diesjährigen Saison steht der Aero-Club Nastätten nun auf dem 11. von 30. Plätzen in der Segelflug-Bundesliga. Das Ziel einer Top-Ten Platzierung kann also am kommenden Wochenende, an dem auch das Fliegerfest am Fluggelände bei Nastätten stattfindet (24. und 25. August), noch erreicht werden.