Sprung nach oben in der Tabelle

Am zurückliegenden Wochenende fand die 10. Runde der Segelflug-Bundesliga statt. Da nur im Sommerhalbjahr große Strecken im Segelflug zurückgelegt werden können, markiert diese Runde bereits die Mitte der diesjährigen Saison. Mit dem 10. Rundenrang kann sich der Aero-Club Nastätten in der Gesamttabelle auf den 14. von 30 Plätzen vorarbeiten. Dabei bleibt es spannend - die Vereine im Mittelfeld der Tabelle liegen alle nah beieinander. 

Sonnenaufgang aus der K13

Am schnellsten für den Aero-Club unterwegs war das Team Uli Leukel und Martin Fuhr in ihrem Doppelsitzer. Sie erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 112 Stundenkilometer (95 Geschwindigkeits-Punkte). Nachdem sie am Samstag-Mittag an der Winde gestartet waren, arbeiteten sie sich über den Westerwald bis in das Sauerlandgebirge bei Siegen vor.

Über den dortigen bewaldeten Hängen des von vielen Tälern durchzogenen Mittelgebirges stießen sie auf gute Thermik, teilweise ging es mit über 15 Km/h nach oben. Leukel und Fuhr flogen im Wertungszeitraum mehrmals eine Linie guter Thermik vom Sauerland Richtung Koblenz entlang. Dabei mussten sie darauf achten, nicht in den nahen Luftraum des Flughafens Köln-Bonn einzufliegen. 

Nur unwesentlich langsamer war der Wiesbadener Jens-Christian Henke unterwegs. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit über das Bundesliga-Fenster von zweieinhalb Stunden betrug 102 Stundenkilometer, mit seinem modernen Einsitzer mit 18 Meter Spannweiter entspricht dies 90 Geschwindigkeits-Punkten.

Er flog zusammen mit Leukel und Fuhr auch zuerst Richtung Sauerland. Am Horizont Richtung Eifel konnte er allerdings gute Wolken erkennen, sodass er sich entschied dorthin zu fliegen. Dabei orientierte sich Henke in Richtung des südlichen Teils der Eifel, der sogenannten Vulkaneifel. Er wendete am Rand der Kontrollzone des Flugplatzes Spangdahlem. Nur etwas 15 Kilometer von der Mosel entfernt ist dort unter anderem ein F-16 Jagdgeschwader der amerikanischen Luftwaffe stationiert. 

Segelflugstart aus dem Cockpit

Dabei begann der Samstag für viele Mitglieder des Aero-Club Nastätten relativ früh. Sie nutzen die längsten Tage des Jahres, bereiteten noch im Dunkeln alles vor und waren pünktlich zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (04:36 Uhr) in der Luft.

Während der Mond noch hell leuchtete und der Himmel langsam heller wurde konnten sie den Sonnenaufgang aus der Luft beobachten - ein beeindruckendes Erlebnis. 

Den dritten Wertungsflug lieferte der Taunussteiner Jochen Back mit Copilotin Anabel Schmidt ab. Mit dem Doppelsitzer des Vereins waren sie 96 Stundenkilometer schnell (90 Geschwindigkeitspunkte). Auch er war im Bereich um den Westerwald unterwegs und konnte seine Copilotin an den Strecken-Segelflug heranführen. 

Besonders erfreulich ist, dass mit Ralf Thaenert, Sascha Stüber und Olaf Merbt drei weitere Mitglieder des Aero-Club nur unwesentlich langsamer waren. Die hohe Anzahl an Piloten gibt die Möglichkeit, unterschiedliche Wetterräume und Fluggebiete an einem Wochenende auszuprobieren. Da es nie ganz vorhersagbar ist, wo die beste Thermik herrscht und das Wetter immer für Überraschungen gut ist sind so die Chance am höchsten, mehrere schnelle Flüge zusammenzubekommen. 

Moritz Althaus