Auswärtsspieler sichern Punkte

Die 8. Runde der Segelflug-Bundesliga bot sehr anspruchsvolle Wetterbedingungen. Die schnellsten Flüge gelangen am Samstag. Mit bis zu 60 Stundenkilometern herrschte sehr starker Wind aus Süd-Westen. Die Thermik wird dann sehr ruppig und beim Kreisen in den Aufwinden wird man stark versetzt.

Kreisen braucht man bei so starkem Wind aber oft gar nicht, es bilden sich sogenannte ‚Wolkenstraßen‘ in Windrichtung, unter denen sich Thermik sammelt. Fliegt man diese mit Rückenwind entlang, gelingen oft sehr schnelle Schnittgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern. Schafft man es allerdings beim Fliegen gegen den Wind nicht, diese Linien zu finden so sind die Chancen gering, es nach Hause zurückzuschaffen, zu stark treibt einen der Wind dann fort.Michael Schmitt und Maximilian Karl vor dem Start in Ludwigshafen

Nördlich des Taunus war der Himmel den ganzen Samstag über allerdings so bedeckt, dass wenig Thermik zu finden war. Aus Nastätten gelangen deswegen keine Streckenflüge. 

Zum Glück für den Aero-Club Nastätten waren die Vereinsmitglieder Alfred Perlich und das Team 

Michael Schmitt und Maximilian Karl in Ludwigshafen-Dannstadt auf einem Segelflug-Wettbewerb. Das Wetter in der Rheinebene und im Odenwald war deutlich besser und es konnten Strecken von bis zu 400 Kilometern geflogen werden. 

Die Tages-Aufgabe, die alle Wettbewerbsteilnehmer möglichst schnell fliegen mussten führte dabei von Ludwigshafen über den Odenwald bis nach Bamberg und wieder zurück. 

Michael Schmitt und Maximilian Karl erreichten eine Geschwindigkeit von 110 Km/h, was mit dem Vereins-Doppelsitzer mit dem sie unterwegs waren 103 Geschwindigkeits-Punkten entspricht. Sie berichteten von aufregenden Rennen in der Luft, mitunter teilten sich über 10 Segelflugzeuge einen Aufwind. Ähnlich wie im Straßenverkehr ist es dann essentiell, dass ‚Vorfahrtsregeln’ und Mindestabstände eingehalten werden. 

Die Airbase Ramstein aus der Luft

Der Wiesbadener Alfred Perlich war in seinem über 30 Jahre alten Einsitzer vom Typ ‚DG200' auf der gleichen Strecke unterwegs und konnte 96 Geschwindigkeits-Punkte erreichen. 

Für ein erfolgreiches Abschneiden in der Liga braucht es allerdings drei Flüge an einem Wochenende. Da das Wetter am Sonntag schlechter war, war lange nicht klar, ob ein dritter Flug überhaupt gelingen würde. 

Uli Leukel und Martin Fuhr probiertes es in Richtung Eifel, mussten allerdings bei Koblenz ihren im Rumpf eingebauten Motor zur Hilfe nehmen, sodass der Flug keine Wertung brachte. Dabei konnten sie auch das am Wochenende stattfindende ‚Rock am Ring‘-Festival am Nürburgring von oben betrachten - kein alltäglicher Anblick. 

Zum Glück für den Aero-Club schaffte es der Miehlener Sascha Stüber mit dem modernen Einsitzer Antares (20 Meter Spannweite) einen längeren Flug durch das Sauerland zu machen. Über den Wertungszeitraum von zweieinhalb Stunden war Stüber 85 Km/h schnell, was für 73 Geschwindigkeits-Punkte reichte.

Auf dem Rückwind hatte sich das Wetter allerdings immer weiter verschlechtert, da abschirmende Bewölkung hereingezogen war. Den letzten Aufwind fand Stüber bei Siegen und stieg dort auf eine Höhe von 2000 Metern. Durch die herausragende Gleitleistung der Antares - mit einem Kilometer Höhe kommt sie ca. 55 Kilometer weit - reichte dies, um wieder nach Nastätten zurückzukehren.

Der Aero-Club Nastätten konnte in dieser Runde deutschlandweit den 15. Rang erreichen. In der Gesamttabelle verbleiben die Segelflieger aus dem Blauen Ländchen damit auf dem 20. Platz, lediglich drei Plätze von den Abstiegsrängen entfernt.