Langes Wochenende bringt gutes Wetter

Pünktlich zum langen Wochenende um Christi Himmelfahrt besserte sich das Wetter im Blauen Ländchen, sodass an allen vier Tagen Segelflugbetrieb am Fluggelände bei Nastätten stattfinden konnte. Für die Flugschüler des Aero-Club Nastätten somit eine gute Möglichkeit, Fortschritte in ihrer Ausbildung zu machen und Flugstunden zu sammeln und auch die Streckenflieger kamen nicht zu kurz.

Am Freitag besuchten über 50 historische Cadillacs das Fluggelände und sorgten zusammen mit zwei alten Cessnas für ein beeindruckendes Ambiente. 

Historische Cadillacs neben einer alten Cessna

Samstag und Sonntag überzeugten dann vor allem durch sommerliche Temperaturen und hochreichende Thermik. Pro 100 Meter Höhe kühlt sich die Luft in der unteren Atmosphäre um ein Grad ab, sodass der Aufenthalt hoch in der Luft für viele Piloten eine willkommene Erfrischung war. 

Den schnellsten Flug des Wochenendes lieferte der Taunussteiner Jochen Back am Sonntag.

Die ersten Kilometer musste er noch im Blauen zurücklegen, die Aufwinde wurden also nicht durch Wolken markiert. Ab dem Hunsrück konnte Back sich dann allerdings an den dort entstandenen Cumulus-Wolken orientieren. Dabei bildete sich eine lange Wolkenlinie von Idar-Oberstein bis tief ins Saarland hinunter, die er gleich dreimal entlang flog.

Diese führte mitten durch das Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes ‚Baumholder‘. Hier über Deutsche und Amerikaner unter der Woche oft Luft-Boden Einsätze, am Wochenende ist der Durchflug allerdings für die allgemeine Luftfahrt gestattet.

Back war 109 Stundenkilometer schnell, was mit dem Einsitzer ‚Yankee Golf‘ auf dem er unterwegs war 106 Geschwindigkeitspunkten entspricht. 

Sein Bruder Holger Back hatte auf den Samstag gesetzt. Bereits um 10 Uhr startete er im Flugzeug-Schlepp hinter dem Motorsegler des Vereins. 

Start beim Hahnweide-Wettbewerb bei Kirchheim/Teck

Back probierte dabei einen großen Dreiecksflug. Nach seiner ersten Wende an der Saarschleife ging es über mehr als 300 Kilometer bis zum Nordende des Thüringer Waldes.

Bei Eisenach wendete er, um nach Nordwesten Richtung Dortmund zu fliegen. Das Wetter stellte sich aber als nicht ganz einfach heraus. Tief kämpfte er sich durch das Nordhessische Bergland, die Höhe reichte immer gerade aus, um den nächsten Aufwind zu erreichen. 

Beim Einstieg in das Sauerland war sein Glück aber aufgebraucht. Fast eine halbe Stunde verbrachte er nördlich von Marburg in der Nähe der Lahn-Quelle in 300 Metern über Grund, ohne Höhe gewinnen zu können. Dann entschloss er sich, kurz seinen elektrischen Hilfsmotor hinzu zunehmen, um wenige Meter Höhe zu machen und Anschluss an besseres Wetter zu bekommen. Holger Back war über das Wertungsfenster von zweieinhalb Stunden 97 Km/h respektive 92 Geschwindigkeitspunkte schnell.

Für 110 Stundenkilometer und damit 94 Geschwindigkeitspunkte reichte es bei Martin Fuhr und Peter Fabian im Doppelsitzer. Die beiden nahmen in der letzten Mai-Woche und am ersten Juni-Wochenende am renommierten Hahnweide Wettbewerb in Kirchheim-Teck teil. 

Peter Fabian und Martin Fuhr

Über fünf Tage mussten sie verschiedene Aufgaben entlang der Schwäbischer Alb und des Schwarzwaldes fliegen und dabei möglichst schnell im Vergleich zu Konkurrenz sein. Bereits am ersten Tag herrschten gute Wetterbedingungen, sodass der Luftraum von Stuttgart umrundet werden konnte. Dies entspricht einer Strecke von rund 500 Kilometern. Fuhr und Fabian gelang der 10. Platz in der offenen Klasse - hier dürfen Ein- und Doppelsitzer mit beliebig großer Spannweite mitfliegen. 

Da überall relativ homogenes Wetter und gute Flugbedingungen herrschten, konnte sich der Aero-Club Nastätten mit den drei Flügen deutschlandweit nur im Mittelfeld einordnen.

Der 16. Runden-Rang bedeutet für die Gesamttabelle keine Veränderung, der ACN steht weiter auf Platz 20. 

Auch am kommenden Wochenende sind noch mehrere Piloten des Aero-Club auf regionalen Wettbewerben unterwegs. Da dort oft schnelle Schnittgeschwindigkeiten geflogen werden besteht Hoffnung, dass mit einem gutem Runden-Ergebnis endlich der Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößert werden kann.