Rasanter Flug entlang der A45

Durch einen sehr schnellen Flug von Junior Maximilian Karl gelingt dem Aero-Club Nastätten ein Erfolg in der 6. Runde der Segelflug-Bundesliga. Zusammen mit zwei weiteren schnellen Flügen kann der ACN den 10. Rundenplatz erreichen. Dies reicht, um sich in der Gesamttabelle um einen Platz auf Rang 20 zu verbessern. Auch der Abstand zu den Abstiegsrängen wächst somit an.

Am vergangen Samstag lag morgens noch dünne Cirrus-Bewölkung über dem Blauen Ländchen. Die Luft war sehr warm und feucht, Wolken mit darunter liegenden Aufwinden entwickelten sich zunächst jedoch nicht. 

Stark ausgeprägte Wolkenstraßen aus dem Cockpit der YV

Erst als die Wolken am späten Nachmittag vielversprechender aussahen, startete Maximilian Karl um halb vier zu seinem Flug. Normalerweise reicht nach einem so späten Start die Zeit nicht, um erst in Richtung des besten Wetters zu fliegen und nach dem zweieinhalb-stündigen Liga-Flug wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Nicht so am Samstag.

Von Wetzlar bis kurz vor Wuppertal hatte sich - ziemlich genau entlang der A45 - eine große Wolkenaufreihung gebildet. Karl erkannte dies und folgte dieser Linie, die er vorher bereits auf einem Satellitenbild gesehen hatte. 

Die Thermik war so gut, dass er während des zweieinhalb-stündigen Fluges unter der Aufreihung nur fünf Aufwinde benötigte. Dies führte zu einer Geschwindigkeit von 112 Stundenkilometern über den Wertungszeitraum. Umgerechnet auf den Flugzeugtyp entspricht dies 108 Geschwindigkeitspunkten. 

Karl war mit der LS4 ‘Yankee Victor’ des Vereins unterwegs - ein in den 80er Jahren konstruierter Einsitzer aus GFK, der aber, ausgerüstet mit neuen Winglets bis heute konkurrenzfähig ist. Mit dem gleichen Flugzeug konnte Junior Michael Schmitt aus Nastätten am Folgetag ebenfalls einen schnellen Flug abliefern, der 92 Geschwindigkeitspunkte brachte. Schmitt flog mit Rückenwind aus Nastätten bis nach Bad Hersfeld und wendete in Sichtweite des Thüringer Waldes. 

Die K8 beim Windenstart

Noch etwas schneller als Schmitt war der Taunussteiner Holger Back. Er war mit einer Weiterentwicklung seines Segelflugzeuges vom Typ ‘LS8’ unterwegs. In die Schnauze ist nun ein kleiner Elektromotor eingebaut. Die Blätter des Propellers liegen im Segelflugbetrieb am Rumpf an.

Falls der Motor aber gebraucht wird, beispielsweise um eine Außenlandung zu vermeiden, klappen diese innerhalb von Sekunden aus und liefern das benötigte Steigen. 

Back hoffte auf gute Bedingungen in der Eifel. Allerdings war der Einstieg in das höhere Gelände aus dem Neuwieder Becken nicht einfach. Fast eine Stunde kämpfte er am Rande der Eifel in teilweise nur noch 200 Metern über Grund um einen guten Aufwind. Als er sich dann gegen 16 Uhr schließlich auf 1500 Metern hochgearbeitet hatte, waren die Bedingungen schon nicht mehr so gut. So entschloss sich Back, es auch in Richtung der Wolkenreihung an der Autobahn zu versuchen. Als er dort ankam, war es allerdings schon so spät, dass diese nicht mehr so gute Aufwinde bot.

Die ASK23 beim Schulfest der IGS Nastätten

Komplementiert wurde das Bundesliga-Team vom Nastättener Malte Bernhardt. Er war als einer der ersten bereits um 13 Uhr gestartet und konnte gute Aufwinde finden. Über Limburg und Marburg flog er bis kurz vor Kassel, am Ende konnte er wie Schmitt ebenfalls 92 Geschwindigkeitspunkte erreichen. 

Doch die Segelflieger des Aero-Club waren am Wochenende nicht nur in der Luft unterwegs. Die IGS Nastätten veranstaltete am Samstag ihr Schulfest. Dazu wurde auch ein Segelflugzeug im Anhänger auf den Schulhof gebracht und dort aufgerüstet, sodass Jung und Alt einmal im Cockpit Probe sitzen konnten.