Spannender Kampf zum Ende

Die Pilotinnen und Piloten des Aero-Club Nastätten machen es spannend im Abstiegskampf der Segelflug-Bundesliga. In der 18. und somit vorletzten Runde gelingt mit dem 23. Rundenrang keine gute Platzierung. Mit dem 18. Gesamtplatz ist zwar reichlich Luft auf die Abstiegsränge ab dem 24. Platz, der Abstieg ist aber rechnerisch noch immer möglich.

 Blick aus dem Segelflugzeug auf den großen Feldberg, Foto Jens-Christian HenkeJochen Back und Copilot Michael Schmitt starteten am Samstag als erste gegen 12 Uhr an der Winde. Der umgebaute LKW bringt die Segelflugzeuge mit weniger als einem halben Liter Diesel auf eine Höhe von ca. 400 Metern und ermöglicht so Streckenflüge bis zu einer Länge von 1000 Kilometer.

Zusammen mit Moritz Althaus in der ‘Oscar Lima Charlie’ konnte Back über Nastätten im ersten Aufwind bis auf 1200 Meter Höhe kreisen. Am Himmel waren nur wenige Wolken zu sehen, die einen Hinweis darauf gegeben hätten, wo die Thermik zu finden ist. So mussten sich die Piloten an der Beschaffenheit des Bodens orientieren, und überlegen, an welchen Orten sich warme Luft sammeln und nach oben steigen könnte.

Auf einem Satellitenbild war zu erkennen, dass sich weit im Osten Richtung Vogelsberg-Gebirge Wolken bildeten. Also wurde ein Ostkurs eingeschlagen, um diese zu erreichen. Diesen Plan verfolgte auch der Taunussteiner Peter Fabian, der mit seiner ‘Hotel Papa’ ebenfalls unterwegs war. Für alle Piloten gestaltete sich der Weg nach Osten aber schwieriger als erwartet. Nördlich des Vogelsberg waren Back und Althaus nur noch wenige hundert Meter über dem Boden. Die Wolken waren zwar erreicht, doch sie brachten nicht die erhofften Steigwerte in den Aufwinden. Zu diesem Zeitpunkt ließ Althaus 60 Liter Wasser ab, die er vor dem Flug in seine Flächen gefüllt hatte. Bei guten Wetterbedingungen bringt das Wasser eine schnellere Schnittgeschwindigkeit, bei schlechtem Wetter sorgt es allerdings dafür, dass das Segelflugzeug langsamer in den Aufwinden steigt. Back folgte nun dem Fuldatal Richtung Nord-Osten. Er überflog das Knüll-Gebirge und wendete bei Sontra in Sichtweite des Hohen Meissner. 

Die ‘Yankee Delta’ vor dem Start, Foto Sven VollertDer Rückweg gestaltete sich für alle Piloten schwierig. Der Gegenwind hatte zugenommen, und es waren keine Wolken mehr zu sehen. Während Back und Fabian einen Weg über Gießen und Limburg wählten, versuchte Althaus über den Taunus-Kamm zurück ins ‘Blaue Ländchen’ zu kommen, was schlussendlich allen Piloten gelang. 

Für diese Wetterbedingungen waren die Schnittgeschwindigkeiten zwischen 75 und 95 Stundenkilometern ein großer Erfolg. 

Die Hoffnung auf eine bessere Platzierung wurde aber durch gute Segelflug-Bedingungen im Süden Deutschlands zunichte gemacht. Dort konnten Schnittgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern geflogen werden. Dies ist nur möglich, wenn sich große Linien aufsteigender Luft bilden, wie dies über dem Donau-Tal südlich der Schwäbischen Alb der Fall war.

Moritz Althaus