Nastätter fliegen auf den 6. Platz

Dem Aero-Club Nastätten gelingt in der Segelflug-Bundesliga mit Rundenrang 6 ein großer Erfolg. Die Segelflieger aus dem Blauen Ländchen verbessern sich insgesamt auf den 15. Tabellenplatz und haben nun wieder deutlich Luft auf die Abstiegsränge. 

Drei erste Alleinflieger mit Fluglehrerin, Foto Carolin FuhrNur 17 der 30 Ligavereine konnten auf Grund des Wetters überhaupt mindestens einen Wertungsflug erzielen, der bisherige Negativrekord dieser Saison. Wieder einmal zeigt sich, dass insbesondere bei solch schwierigen Wetterbedingungen die Piloten des ACN gut unterwegs sind. Zwar konnten lediglich am Sonntag Nachmittag Überland-Flüge realisiert werden, die Piloten und Pilotinnen nutzen dieses ‘Wetterfenster’ aber sehr geschickt. 

Am schnellsten unterwegs waren Peter Fabian und Copilot Martin Fuhr. Als das Wetter sich am Sonntag langsam besserte, starteten sie mit ihrem großen Doppelsitzer mit 26 Metern Spannweite an der Winde. Sie arbeiteten sich bis in die Eifel vor, um dort das zweieinhalb-stündige Bundesliga-Fenster zu fliegen. Das gelang ihnen mit einem Schnitt von 117 Kilometern pro Stunde außerordentlich gut. Von Aachen quer über die Eifel bis an die Mosel brauchten sie dabei nur eine Stunde. Über den ganzen Flug nutzen sie lediglich neun Aufwinde, den Rest der thermischen Energie sammelten sie im Geradeausflug. Knapp dahinter in der Wertung der Taunussteiner Jochen Back mit Copilot Felix Rahn. Back erreichte erst eine Stunde später das gute Wetter in der Eifel, war dort aber mit 100 Stundenkilometern ebenfalls schnell unterwegs. 

Jannik Back vor seinem ersten Überlandflug, Foto Carolin FuhrJunior Marcel Kaspari war als einziger der drei Bundesliga-Piloten ohne ausklappbaren Hilfsmotor unterwegs. Er orientierte sich nach dem Start eher Richtung Norden und nutzte die guten Aufwinde in der Nähe der Montabaurer Höhe. Von dort flog er bis an den Luftraum des Flughafens Köln. Mit 200 geflogenen Kilometern landete er leider um 16 Uhr etwas verfrüht, so dass er nicht die gesamten zwei-einhalb Stunden ausschöpfen konnte. Da die geflogenen Kilometer dann trotzdem auf diesen Zeitraum hochgerechnet werden, war er etwas langsamer unterwegs, sicherte mit seinem Flug aber den 6. Gesamtrang. Etwas schneller als Kaspari war noch Marcus Diehl auf seiner ‘Lima 8’ unterwegs. In Knapp vier Stunden flog er einen Ziel-Rückkehr Flug bis kurz vor Dortmund. Da er aber Probleme hatte, seinen Flug elektronischen mit einem sogenannten ‘Logger’ aufzuzeichnen, konnte dieser nicht gewertet werden.

Teamflug zweier Doppelsitzer. Foto: Philipp GoebelSo stellt diese Bundesligarunde einen gelungen Abschluss des zweiwöchigen Sommerlagers dar. Bei super Wetter fand fast jeden Tag Flugbetrieb statt. Vier Flugschüler und Flugschülerinnen konnten ihren ersten Alleinflug meistern. Wer schon etwas weiter in der Ausbildung war, wurde auf ein neues Flugzeugmuster umgeschult. Jens-Christian Henke und Moritz Althaus nutzen das gute Wetter und erflogen die ersten beiden 1000 Kilometer Flüge vom Flugplatz in Nastätten. Jannik Back, Moritz Metzger und Ralf Thaenert bestanden ihre Theorie-Prüfung. Zusammen mit der Überlandflug-Einweisung haben sie nun die letzen beiden großen Hürden vor der praktischen Prüfung überwunden. Das zeigt, dass der intensive Schulbetrieb, der von vielen ehrenamtlichen Fluglehrern gestemmt wurde, ein voller Erfolg war. 

Moritz Althaus