Streckenfliegen ist Teamwork

Der Aero-Club Nastätten erreichte am zurückliegenden Wochenende den 13. Rundenplatz in der ersten Segelflugbundesliga. Damit festigen die Piloten aus dem Blauen Ländchen zu Beginn der Saison ihre Gesamtposition auf dem 14. Tabellenplatz.

Der Edersee von oben. Foto: Martin FuhrZu Zweit aus dem Doppelsitzer das Urlaubsparadies am Edersee von oben zu genießen und gleichzeitig für die Bundesliga zu punkten gelang dieses Wochenende dem Team Uli Leukel und Martin Fuhr. Die erflogenen 97 Kilometer pro Stunde sorgten für den schnellsten Wertungsflug.

Auch der Wiesbadener Alfred Perlich flog sich mit 84 Stundenkilometern in die Wertung. Diese Geschwindigkeit wird je nach Flugzeugtyp auf eine Punktzahl umgerechnet. So kann sowohl mit einem Oldtimer aus Holz, als auch mit den neueren Fliegern aus Carbonfasern mitgeflogen werden. Perlich profitierte auf seinem Flug von genauer Wetterbeobachtung. Für Segelflieger ist es besonders wichtig den Wind am Boden und in den Höhen in Verbindung mit der Sonneneinstrahlung zu beobachten, um die eigene Strecke flexibel anzupassen. 

Der Feldberg mit Fernsehturm, Foto: Moritz AlthausDoch nicht alle Wertungsflüge gelingen. Ein Vereinsdoppelsitzer landete am Samstag im Nahetal bei Kirn. Dabei vollführte Pilot Thomas Eisenlohr in dem großen Doppelsitzer des Vereins eine sogenannte ‘Ackerlandung’. In nur noch 200 Metern Höhe hat man nicht mehr viele Chancen, einen Aufwind zu finden. Der Entschluss zu Landung auf einem geeigneten Acker ist dann die richtige Option. Niedriger Bewuchs, Länge und Ausrichtung  des Landefeldes und letztendliche auch die Nähe zu einer Straße sind dabei Kriterien, die der Pilot beachten muss. Ein passender Acker sollte so schon ab Höhen von unter 600 Metern in den Blick genommen werden, um am Ende nicht ohne Optionen dazustehen und sicher landen zum können.  

In der Junioren-Bundesliga punkteten diese Woche Marcel Kaspari, Max Karl und Nils Gies für den Aero-Club. Sie führten den ACN mit ihren Flügen auf Rundenrang 6. Insgesamt liegen die Junioren nun auf dem 4. Tabellenplatz und nehmen das Ziel einer Platzierung unter den ersten drei in den Blick.

Rheinquerung mit Burg Gutenfels, Foto: Moritz AlthausInsbesondere Karl und Kaspari konnten durch starke Zusammenarbeit im Funk eine Außenlandung bei Kirn und die lange Rückholtour auf die andere Rheinseite vermeiden. Dabei hätten sie sich notfalls darauf verlassen können, dass ihre Vereinskameraden schnell nach der Landung mit dem Hänger vor Ort gewesen wären. Diese ‘Unbeschwertheit’ verhalf ihnen zu schnellen Flügen, so Karl. In guter Teamarbeit und mit zuverlässigen Vereinskameraden im Rücken machen gemeinsame Abenteuer auf Strecke am meisten Spaß. 

Moritz Althaus