Runde 12 - 1 Flug = 12 Punkte

Blick aus dem Cockpit der Seven One. Quelle: Holger BackDer Aero Club Nastätten befindet sich weiter im Steigflug. Während der 12. Runde war das Wetter bundesweit so schlecht, dass es nur wenigen Piloten gelang, die Mindestwertungsgeschwindigkeit von 40 km/h zu bezwingen. Daher reichte ein einziger Flug eines ACN-Piloten für eine fette Beute in Höhe von 12 Zählern. In der Tabelle schiebt sich der ACN auf Platz 5 vor.

Da in der 1. Segelflugbundesliga jeweils 30 Vereine gegeneinander fliegen und pro Verein drei Flüge gewertet werden können, ergibt sich eine maximale Anzahl von 90 Flügen pro Runde. In der vergangenen 12. Runde wurden aber nur 16 Flüge auf die Meldeplattform des Online Contests hochgeladen. Von den neun Vereinen, die einer Nullrunde entkamen, waren mehr als die Hälfte mit nur einem einzigen Flug dabei. Das war das bisher schlechteste Wochenendwetter der Saison. Es gab nur wenige, kleine Lücken in der dichten Wolkendecke über Deutschland und selbst dort waren die Bedingungen für einen Ligaflug alles andere als einfach. Das Wetter-Elend begann am Samstag mit einer weit auslandenden Front und ergiebigem Dauerregen. Ein ähnliches Bild bot der Sonntag. Malte Bernhardt startete trotzdem auf seinem Elektrosegler in Nastätten, musste aber nach etwa einer Stunde aufgeben. Ein schmaler Streifen mit Sonneneinstrahlung präsentierte sich weiter südlich. Genau dort gelang der einzige Bundesligaflug für den Aero Club Nastätten.

 

Holger Back nutzte das schwierige Wetterfenster. Er startete um 12:45 Uhr auf seiner LS10 "Seven One" mit 18 m Spannweite in Bruchsal. Passend zur Vorhersage gab es nach dem Ausklinken hinter dem Schlepp-Motorsegler ein wenig Sonne und einige Cumuluswolken. Zuerst flog Back nach Süden gegen den Wind. Allerdings war bereits querab von Karlsruhe fast keine Sonneneinstrahlung mehr vorhanden, so dass er auf Gegenkurs wenden musste. Vereinzelt gab es sogar gute Aufwinde, aber im Nordwesten sah er bereits den nächsten dicken Wolkenaufzug kommen. Südlich von Neckargemünd über dem nach Norden ansteigenden Gelände gab es auch hier kein Weiterkommen mehr. Die einzige Möglichkeit überhaupt eine Chance für einen 2,5 stündigen Bundesligaflug zu bekommen, bestand in der "Flucht" nach Osten. Wohlwissend, dass der komplizierte Flug mit einer Außenlandung enden würde. Da die Basis der Wolken bei nur 1000 m über dem Meeresspiegel lag, versuchte Back den Flugweg über niedrigerem Gelände zu legen. Am südöstlichen Rand des Hohenlohekreises unweit von Schwäbisch Hall trat Back den Rückweg an. Gab es anfangs noch ein bisschen Sonne, ging es nach Heilbronn nur noch um das Obenbleiben. Die Sonneneinstrahlung hatte sich verabschiedet und es fiel sogar leichter Regen. Unter ein paar grauen Wolkenflusen fand er immer wieder schwaches Steigen. Das Ziel Bruchsal hatte Back längst aufgegeben. Beim Blick nach unten zeigten sich nur ganz wenige, geeignete Landeflächen, weil die meisten Ackerflächen hoch bewachsen waren. Back hangelte sich daher von Segelfluggelände zu Segelfluggelände und blieb so stets in Reichweite einer Landebahn. Bei Sinsheim war dann endgültig Schluss. Im Regen landete er seine "Seven One" auf dem Gelände der Kraichtaler Segelflieger unweit des Auto & Technik Museums Sinsheim.

 

Die Siebenschläferregel wurde vom Wetter bisher voll bestätigt und auch für die 13. Runde schaut es leider nicht nach einem stabilen Sommerhoch aus. Es gibt wieder Auswärtsspieler. Olaf Merbt und Peter Fabian nehmen vom 3. bis 15. Juli 2017 an der Deutschen Meisterschaft im Segelflug für die 15-Meter-, die 18-Meter- und die Offene Klasse teil, die dieses Jahr in Stendal ausgetragen wird. Da Nastätten und das östlich von Berlin gelegene Stendal 385 Kilometer weit auseinanderliegen, ist die Chance hoch, dass wenigstens ein Standort vom Wettergott mit Ligawetter ausgestattet wird.

 

Text: Jens-Christian Henke