Runde 13

Ein hart erkämpfter Rundenpunkt für den ACN

Endlich im guten Wetter mit guten Aufwinden. Jochen Back beim Abschnallen nach der Landung auf dem Segelflugplatz Nastätten.

Jochen Back gelingt am Samstag der einzige Flug der 13. Runde unter sehr schwierigen Bedingungen.

Das Sonntagswetter über dem Blauen Ländchen lenkte nicht einmal im Ansatz vom WM-Finalspiel ab, das die Deutschen höchst erfreulicherweise zum vierten Mal für sich entscheiden konnten. Zunächst sah es am Samstag wettertechnisch nicht viel besser aus. Doch das hielt Jochen Back nicht davon ab, es dennoch zu versuchen.

Der Taunussteiner startete erst gegen 14:30 Uhr auf dem Oldtimer vom Typ ASK14 "Golf India" (14,3 m Spannweite). Im Eigenstart stieg er bis auf eine Höhe von 1.800 m über dem Meeresspiegel. Diese Ausgangshöhe erlaubte es ihm, im Segelflug über Limburg hinweg in eine thermisch aktive Region hineinzugleiten. Das Bundesliga-Reglement schreibt vor, dass man sich mit Motorkraft maximal 15 km vom Startflugplatz entfernen darf. Das gilt sowohl für den Schlepp hinter einem Motorflugzeug als auch für den Eigenstart. Mühsam ging es auf Ostkurs in Richtung Weilburg und nur zäh gewann Back an Höhe. Südwestlich von Gießen erreichte er eine schmale Reihung von kräftigen Aufwinden, die er auf Nordnordwest-Kurs bis weit in das Sauerland ausflog. Das Mittelgebirge überraschte mit Steighöhen bis 2.200 m über dem Meeresspiegel. Bei Eslohe wendete Back und es ging unter den großen Blumenkohlwolken auf Gegenkurs bis auf die Höhe von Dillenburg zurück. Für den Heimflug musste über Limburg das Triebwerk des Motorseglers gezündet werden, weil sich Aufwinde unter dem dichten Wolkenteppich nicht mehr entwickeln konnten. Trotz der sehr inhomogenen Bedingungen erzielte Back eine hervorragende Rundengeschwindigkeit von 80,8 km/h.

Sehr sparsam hat Petrus an diesem WM-Wochenende die guten Aufwinde über Deutschland verteilt. Einerseits konnte im Norden sehr schnell geflogen werden. Andererseits schoben acht der 30 Erstligisten ihre Segler erst gar nicht aus der Halle. Insofern ist der ACN zufrieden mit dem einen Rundenpunkt seines einzigen Spielers dieser 13. Runde. In der Tabelle ändert sich für den ACN nichts: Der Verein verharrt auf dem zweitletzten Platz. Viel wichtiger ist, dass er seine Chance noch nicht verspielt hat, sich in den verbleibenden sechs Runden aus der Abstiegszone herauszufliegen.

Text: Jens-Christian Henke