Runde 14

Drei Auswärtspunkte für den ACN

Startaufstellung auf dem Flugplatz Brandenburg Mühlenfeld. Über dem Silokanal. Über der Stadt Brandenburg.

Photos: Robert Göbel

Peter Fabian und Robert Göbel punkten in der 14. Bundesligarunde auf einem Wettbewerb bei Berlin.

Sehr unterschiedlich gestaltete sich das Segelflugwetter an diesem Wochenende über dem Blauen Ländchen. Am Samstag ließ extrem warme Luft nur schwache Aufwinde entstehen. Entscheidend für die Entwicklung von kräftigen Aufwinden ist aber eine hohe Temperaturdifferenz zwischen der Luftmasse und der Erdoberfläche. Ist die Luftmasse bereits sehr warm, dann erzeugt auch ein schwarz geteerter Parkplatz nur unwesentlich höhere Lufttemperaturen in Bodennähe. Am Sonntag konnten sich unter der dicken, abschirmenden Bewölkung gar keine Warmluftblasen entwickeln.

Zum Glück fliegt das Team Peter Fabian/Robert Göbel seit dem vergangenen Donnerstag den Vereinsdoppelsitzer "Yankee Hotel" (20 m Spannweite) auf dem Qualifikationswettbewerb "Offenes Märkisches Vergleichsfliegen 2014". 32 Mannschaften messen sich dieses Jahr in der Doppelsitzerklasse auf dem Flugplatz Brandenburg Mühlenfeld 50 Kilometer westlich von Berlin. An beiden Tagen des Wochenendes genossen die Nastätter lupenreines Rennwetter 2.500 m hohen Cumuluswolken und hervorragenden Steigwerten über 3 m/s. Obwohl wegen des unerfreulichen Segelflugwetters am Heimatflugplatz ein dritter Wertungsflug in der 14. Runde fehlte, erhöhte sich der Stand des ACN-Rundenkontos um drei Punkte.

Am Samstag starteten Peter Fabian und Robert Göbel mit der DG-1001T erst gegen 14:00 Uhr zur 407 km großen Wettbewerbsaufgabe. Entscheidend für eine gute Platzierung auf einem zentralen Wettbewerb ist die Wahl des Abflugzeitpunktes. Denn anders als bei einer Segelboot-Regatta kann der Pilot frei wählen, wann er die Abfluglinie überfliegt, um die von der Wettbewerbsleitung vorgegebenen Bojen der Aufgabe möglichst schnell zu umrunden. Hier spielen taktische Überlegungen eine große Rolle. Die Bojen werden unter Segelfliegern Wendepunkte genannt und sind – im Gegensatz zum Red Bull Air Race – nur im Bordrechner sichtbar. Im Bundesligazeitfenster war das Nastätter Team über 100 km/h schnell und erzielte nach Anwendung des Handicap-Faktors eine Rundengeschwindigkeit von 94,4 km/h.

Die Aufgabe am Sonntag war eine sogenannte "Assigned Area Task". Bei dieser Aufgabenform gibt es keine virtuellen Bojen, sondern vielmehr sehr große Flächen, die wie riesige Kuchenstücke, manchmal auch wie ganze Torten aussehen. Am Sonntag wurde eine Mindestflugzeit von 3 Stunden für das Überfliegen von zwei Torten mit 40 km und 70 km Durchmesser vorgegeben. Ziel war es, bis zur Rückkehr zum Startflugplatz eine möglichst hohe Reisegeschwindigkeit zu erzielen. Dabei muss der Flugweg so gewählt werden, dass eine Rückkehr nach weniger als 3 Stunden möglichst vermieden wird. In diesem Fall wird die Strecke zur Berechnung der Reisegeschwindigkeit trotzdem durch 3 Stunden geteilt. Die Bundesligawertung ist von diesem Verfahren völlig unabhängig. Im 2,5-stündigen Bundesligazeitfenster erzielten die ACN-Piloten eine Rundengeschwindigkeit von 86,6 km/h. Man kann sagen, dass eine gute Tagesplatzierung auf einem zentralen Wettbewerb fast immer eine gute Bundesliga-Rundengeschwindigkeit bedeutet. Ausnahme: Die Wettbewerbsaufgabe wird in weniger als 2,5 Stunden erledigt.

Trotz des Auswärtsspiels und drei Rundenpunkten steckt der Verein immer noch tief in der Abstiegszone fest. Jetzt wird es eng mit dem Verbleib in der 1. Segelflugbundesliga, da nur noch fünf Runden für die Aufholjagd zur Verfügung stehen.

Text: Jens-Christian Henke