Runde 16

ACN ist akut abstiegsbedroht

Schnell schnürt dichte Bewölkung die Thermik ab. Dann setzt der Regen ein. Die nasse DG-1001T wird nach einem kräftigen Regenschauer abgeledert.

Photos: Jens-Christian-Henke

Schlechtes Rundenwetter über dem Blauen Ländchen. Zwei Auswärtsspieler fliegen nordwestlich von Berlin.

Viel schneller als vorhergesagt zog am Samstag ein Regengebiet aus dem Südwesten über den Rhein nach Nastätten. Dort musste der Flugbetrieb bald unterbrochen werden. Nach dem Regen schien vermehrt die Sonne, doch das reichte nicht mehr für Bundesligaflüge. Am Sonntag tropfte leider noch mehr Regen auf das Blaue Ländchen als am Vortag. Dass der Verein am Ende der 16. Runde doch noch einen Anerkennungspunkt einsammeln konnte, verdankt er zwei Auswärtsspielern, die momentan bei Rhinow und Rechlin fliegen. Der Flugplatz Stölln/Rhinow liegt am Fuß des Gollenbergs, dem historischen Ort, an dem Otto Lilienthal ab 1894 regelmäßig zu seinen Erprobungsflügen startete. Am 9. August 1896 geriet sein Flugapparat in einer kräftigen thermischen Bodenturbulenz in eine so große Querlage, die Lilienthal nicht mehr aussteuern konnte. Seine Flugapparate wurden nämlich überwiegend durch Gewichtsverlagerung gesteuert. Erst später wurde die aerodynamische Steuerung durch Quer-, Höhen- und Seitenruder erfunden. Die Wendigkeit moderner Segelflugzeuge ist so groß, dass selbst in schwerer Turbulenz der gewünschte Kurs gehalten werden kann.

Sabine Theis nimmt zurzeit an der Deutschen Segelflugmeisterschaft der Frauen auf dem Lilienthal-Flugplatz teil. Am Samstag flog sie ihre LS4 "Two Two" (15 Meter Spannweite) auf einen guten 8. Tagesplatz. 64,6 km/h betrug ihre Rundengeschwindigkeit für die Bundesliga.

Am Sonntag konnte Alfred Perlich am Müritzsee trotz schwacher Bedingungen punkten. Seine Flughöhe lag überwiegend unter 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Auf seiner DG-200 "Echo Lima" (17 Meter Spannweite) erzielte er eine Rundengeschwindigkeit von 50,6 km/h.

Mit den beiden Flügen landet der ACN auf dem 24. Rundenplatz und verharrt, wie schon seit Wochen, auf dem zweitletzten Platz in der Tabelle. Die Aussicht auf einen Verbleib in der 1. Segelflugbundesliga ist jetzt recht trüb, da nur noch drei Runden ausgetragen werden.

Text: Jens-Christian Henke