Runde 17

ACN mit bestem Rundenergebnis in dieser Saison

Tief in einem Aufwind bei Koblenz. Der Nürburgring war an diesem Wochenende sehr gut besucht. Die Motoren der historischen Formel 1 Rennwagen waren sogar im Segelflugzeug zu hören.
Wunderschöne Cumluswolken über dem Laacher See. Seltene Schwarzstörche zeigen, wo es am besten steigt. Da das Hilfstriebwerk der DG-1001T momentan defekt ist, musste auf dem Segelfluggelände Braunfels gelandet werden. Jochen Back schleppt gleich den Vereinssegler zurück nach Nastätten.

Photos: Jens-Christian Henke, Martin Fuhr

In der drittletzten Bundesligarunde erzielte der Aero Club Nastätten 16 Punkte. Seine Chancen auf den Verbleib in der 1. Segelflugbundesliga haben sich dadurch deutlich verbessert.

Endlich gab es eine Bundesligarunde mit vergleichsweise günstigem Segelflugwetter im Westen der Republik. Die Pilotinnen und Piloten des Aero Club Nastätten nutzen diese Chance mit Flügen zwischen der Eifel und Gießen. Obwohl der Verein nur sechs Flüge einreichen konnte, lag der ACN nach dem Ende der 17. Runde auf einem sehr guten 5. Platz. In Deutschland wurde überwiegend am Samstag gepunktet. Nur wenige Bundesligavereine nutzten den kräftigen Südwestwind am Sonntag für Hangflüge am Wesergebirge. Am Sonntag war das Wetter über dem Blauen Ländchen so schlecht, dass es nicht einmal für die Ausbildung der Flugschüler geeignet war.

Mit Abstand am schnellsten unterwegs war der Taunussteiner Jochen Back mit Co-Pilot Ralf Hannawald. Auf dem Vereinsdoppelsitzer Duo Discus "Yankee Delta" (20 m Spannweite) erzielten sie eine Rundengeschwindigkeit von 90,1 km/h. Sie flogen anfangs gegen den Wind bis in die Schnee-Eifel, um dann mit dem Rückenwindturbo nach Gießen und zurück nach Nastätten zu segeln.

Den mit 66,9 km/h zweitschnellsten Flug erzielte Dr. Klaus Doubek mit Co-Pilot Martin Fuhr auf ihrer ASH25Mi "Delta" (26 m Spannweite). Sie flogen ebenfalls zunächst mit Westkurs in die Eifel. Die Flugroute führte direkt über den Nürburgring, auf dem an diesem Wochenende viele Motorsportveranstaltungen stattfanden. Mit dem Wind im Rücken ging es bis nach Hirzenhain. Durch das Einsickern von Warmluft verschlechterten sich am Nachmittag die Aufwinde, so dass die Piloten der "Delta" das Triebwerk zünden mussten, um nach Nastätten zurückzukehren.

Das ACN-Team der 17. Bundesligarunde wurde komplettiert durch Maren Thomas mit Co-Pilot Jens-Christian Henke. Sie flogen den Vereinsdoppelsitzer DG-1001T "Yankee Hotel" (20 m Spannweite) als reines Segelflugzeug, da das Hilfstriebwerk wegen eines technischen Defekts nicht genutzt werden konnte. Um möglichst lange den Rückenwind nutzen zu können, flogen sie wie die "Yankee Delta" in die Schnee-Eifel. Durch das ansteigende Gelände sank die Arbeitshöhe deutlich ab, so dass schnell der Entschluss zur Umkehr gefasst wurde. Trotz Wind im Rücken gestaltete sich die Thermiksuche schwierig und es wurde mehrfach eine Flughöhe von 400 Metern über Grund unterschritten. Mit dem defekten Hilfstriebwerk im Rumpf und wegen der dürftigen Außenlandemöglichkeiten war das ein Flugabschnitt, der hohe Konzentration verlangte. Am Nürburgring war das Team so tief, dass sie sehr deutlich die Motoren der historischen Formel 1 Rennwagen hören konnten. Vier seltene Schwarzstörche markierten östlich von Neuwied den Kern eines Aufwindes. Da bei Wetzlar die Aufwinde immer schwerer zu finden waren, wurde der Heimweg angetreten. Leider zu spät, so dass nach erfolgloser Aufwindsuche auf dem Segelfluggelände Braunfels gelandet werden musste. Ihre Rundengeschwindigkeit betrug 64,9 km/h.

Ob sich der ACN in der 1. Segelflugbundesliga halten kann ist immer noch fraglich, obwohl der Verein in der Tabelle vom 29. auf den 27. Platz vorrücken konnte. Auf jeden Fall haben sich die Chancen auf den Verbleib in der 1. Segelflugbundesliga deutlich verbessert. Mit viel Glück und großem Einsatz könnte der Sprung von der Abstiegsklinge doch noch gelingen.

Text: Jens-Christian Henke